Letztes Update am Mo, 17.06.2019 12:20

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ harrt weiter im Mittelmeer aus



Das Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch harrt weiter mit 43 Migranten an Bord vor italienischen Gewässern im Mittelmeer aus. „Die Menschen sehen 24 Stunden am Tag nur Wasser, und es bewegt sich nichts, das ist psychisch extrem belastend, retraumatisierend“, sagte Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Die „Sea-Watch 3“ darf weder in einen italienischen Hafen noch in die Hoheitsgewässer des Landes einlaufen. Am Samstag gestattete Innenminister Matteo Salvini zehn Migranten, in Italien an Land zu gehen. Dabei handelte es sich um Kranke und Familien mit Kindern. Mehrere deutsche Städte haben sich bereit erklärt, Migranten aufzunehmen. In der Sache entscheidet jedoch die Bundesregierung in Berlin.

Sea-Watch hatte vergangenen Mittwoch insgesamt 53 Menschen von einem Schlauchboot vor Libyen gerettet. Seit Antritt der populistischen Regierung in Rom vor einem Jahr hat es nach Rettungseinsätzen mehrfach Blockaden von Schiffen gegeben. Vergangene Woche verabschiedete das Kabinett in Rom zudem ein Dekret, wonach Nichtregierungsorganisationen bei unerlaubter Einfahrt in einen Hafen Strafen zwischen 10.000 und 50.000 Euro riskieren.

Unterdessen sind einem Medienbericht zufolge mindestens acht Menschen beim Untergang eines Flüchtlingsboots vor der türkischen Westküste ums Leben gekommen. Ein Suchtrupp der Küstenwache habe die Leichen am Montag gefunden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Insgesamt seien 40 Menschen an Bord des gekenterten Boots gewesen, 31 seien gerettet worden.

Zahlreiche Migranten, die vor Kriegen und Armut im Nahen und Mittleren Osten oder in Afrika fliehen, versuchen, über die Türkei in die Europäischen Union zu gelangen. Dabei kommt es immer wieder zu Unglücken, bei denen Menschen ertrinken.




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