Letztes Update am Di, 18.06.2019 12:48

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wiener FPÖ gibt sich zu Strache-Comeback zurückhaltend



Im Rahmen seiner Ankündigung, das EU-Mandat nicht annehmen zu wollen, hat Heinz-Christian Strache auch Spekulationen genährt, sein politisches Comeback bei der Wien-Wahl 2020 feiern zu wollen. In der Wiener FPÖ gibt man sich diesbezüglich zurückhaltend. „Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt“, sagte dazu am Dienstag Vizebürgermeister und Landesparteichef Dominik Nepp.

Strache habe selbst gesagt, dass er zunächst die Hintergründe zum „Ibiza-Video“ aufklären wolle, stellte Nepp in einer Pressekonferenz anlässlich der Wiener FPÖ-Klubklausur im Burgenland klar. Strache - er war zuletzt Vizekanzler - musste nach dem Bekanntwerden eines heimlich mitgeschnittenen Gesprächs in einer Finca in Ibiza den Hut nehmen. Er hatte (vor der Übernahme des Regierungsamts, Anm.) einer vermeintlichen Oligarchennichte vorgeschlagen, über Vereine der FPÖ Gelder zukommen zu lassen und eine Unterstützung bei der Vergabe öffentlicher Aufträge in Aussicht gestellt.

Auch eine Privatisierung der Trinkwasserversorgung sowie die Übernahme der „Kronen Zeitung“ wurden erörtert. Nach dem Publikwerden des Videos hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Untreue aufgenommen.

„Erst wenn das alles aufgeklärt ist, stellt sich erst die Frage, ob es ein politisches Comeback gibt oder nicht“, betonte Nepp heute. Auf die Frage, mit welchem Zeithorizont er, Nepp, denn rechne, antwortete der Landesparteichef: „Wie Sie wissen, manchmal mahlen die Mühlen der Justiz sehr langsam, weil sie genau hinschauen und alles aufklären wollen. Das kann sich ziehen. Wir hoffen natürlich, dass so schnell wie möglich alles abgehandelt wird, aber es kann sein, dass es einige Zeit dauert.“

Ob sich das bis zur Wien-Wahl 2020 ausgehen wird, ließ Nepp offen. Denn auch für die parteiinternen Vorarbeiten zur Wahl gibt es Fristen: „Normalerweise gibt es einen Parteitag vor der Wahl, wo auch ein neuer Vorstand gewählt wird, wo ein Spitzenkandidat gekürt wird. Das ist üblicherweise, wenn man sich das in der Historie ansieht, vier Monate vor Wahltermin.“

Erst wenn Straches Aufklärungsarbeit und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen seien, werde „man die Frage eines Comebacks dann neu bewerten“. Sollte es zu keiner politischen Rückkehr Straches in Wien kommen, so ist Nepp jedenfalls bereit für die Spitzenkandidatur: „Wenn das meine Freunde innerhalb der Partei wollen, stehe ich sehr gerne zur Verfügung.“




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