Letztes Update am Di, 18.06.2019 14:17

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Protest im Burgenland gegen Vollspaltenböden in Schweinemast



Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) hat am Dienstag im Burgenland gegen die Schweinehaltung auf Vollspaltenböden protestiert. Aktivisten erschienen mit Transparenten vor zwei Mastbetrieben im Bezirk Mattersburg, um auf die Probleme bei dieser Form der Tierhaltung, die bei Schweinen unter anderem zu schmerzhaften Entzündungen der Gelenke führen könne, hinzuweisen.

Im Bezirk Mattersburg werden nach Angaben der Tierschutzorganisation mehr als 15.000 Schweine gehalten, davon sechs von zehn auf Vollspaltenboden und lediglich 18 Prozent auf Stroh. Dem VGT seien Fotos und Filme aus drei „Schweinefabriken“ im Bezirk Mattersburg zugespielt worden, welche die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien bestätigen würden: Die Tiere müssten dicht gedrängt leben, auf völlig verdreckten Böden, mit entzündeten Augen durch die Dämpfe der Exkremente unter den Spalten, denen sie ständig ausgesetzt seien.

„Wir möchten, dass kein Schwein mehr in Österreich auf Vollspaltenboden leiden muss“, beschrieb Aktivistin Jana Gruber das Anliegen der Tierschutzorganisation, die derzeit eine bundesweite Kampagne gegen Vollspaltenböden durchführt. „Wir fordern, dass Schweine Einstreu aus organischem Material bekommen - am liebsten Stroh -, und dass es genug Platz gibt, dass alle Schweine auf diesem Strohbereich liegen können“, sagte Gruber zur APA.

Ein Bereich könne weiterhin aus Spaltenboden bestehen, damit die Schweine dort ihren Kot absetzen könnten. Das Stroh würde den Tieren nicht nur als Unterlage dienen, sondern sie könnten auch damit spielen, es essen oder zerrupfen. „Ohne Einstreu neigen sie dazu, sich gegenseitig die Schwänze und die Ohren abzubeißen“, erläuterte Gruber.

An der Aktion nahm auch Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller (Grüne) teil. Die Grünen wollen sich dafür einsetzen, dass der Burgenländische Landtag eine Resolution an die Bundesregierung verabschiedet, wie dies bereits in Wien geschah. Man wolle erreichen, „dass es zwar künftig Spaltenböden geben darf, aber keine Vollspaltenböden. Das heißt, der Liegebereich muss eingestreut sein und darf keinen Spaltenboden haben“, erläuterte Spitzmüller.

Schweine seien sehr saubere Tiere, die den Liege- und den Kotbereich sauber trennen würden. „Aber das geht natürlich nur, wenn sie ausreichend Platz haben und wenn sie auch die Möglichkeit haben, mit dem Stroh Nestbau zu betreiben und einen Liegeplatz zu machen.“




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