Letztes Update am Di, 18.06.2019 14:55

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mailänder Scala: Meyer großer Favorit für Pereira-Nachfolge



Staatsoperndirektor Dominique Meyer soll der neue Intendant der Mailänder Scala werden. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf übereinstimmende und seriöse Quellen. Meyer selbst verweist gegenüber der APA lediglich auf die vom Mailänder Bürgermeister Giuseppe Sala am Dienstag angekündigte Bekanntgabe am 28. Juni. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht.

Sicher ist, dass das Mandat des Österreichers Alexander Pereira auslaufen wird. In der Aufsichtsratssitzung soll für diese Entscheidung auch die Auslastung des Opernhauses für 2018 mit ein Grund gewesen sein. Sala, der auch Präsident der Scala-Stiftung ist, hat nach der Sitzung am Dienstag eine Einigung auf einen Namen bestätigt.

„Wir haben eine Einigung über den neuen Intendanten gefunden. Jetzt werde ich ihn anrufen und treffen. Ein offizieller Beschluss wird erst nach diesen Gesprächen gefasst“, sagte Sala. In diesen werde es auch um Modalitäten und Zeitpunkt der Übergabe der Intendanz gehen.

Pereiras Mandat endet eigentlich im Februar 2020, die letzte Saison von Meyer an der Staatsoper endet Ende im Juni 2020. Da Pereira bereits bis Ende 2022 programmiert habe, könnte es auch eine längere Übergangsperiode geben, hieß es.

Dem Vernehmen nach könnte der Pereira, dessen Vertrag mit der Scala 2020 ausläuft, noch eine Zeit lang an der Seite des neuen Intendanten bleiben. Für eine Vertragsverlängerung Pereiras bis 2022 hatte sich der Musikdirektor der Scala, Riccardo Chailly, kürzlich ausgesprochen. Vor allem nach der Polemik um seine gescheiterten Pläne für ein Finanzierungsabkommen mit Saudi-Arabien hatten sich einige Aufsichtsratsmitglieder gegen einen Amtsverbleib Pereiras erklärt.

Sollte Meyer zum neuen Scala-Intendanten aufrücken, wäre er der zweite Franzose an der Führung des Mailänder Opernhauses. Dieses war bereits von 2005 bis 2015 vom Franzosen Stephane Lissner geführt worden. Der Direktor der Wiener Staatsoper galt von Anfang an als Kandidat mit dem besten internationalen Lebenslauf im Bewerberkreis. Die Kandidaten waren im Auftrag der Scala von der Headhunting-Gesellschaft „Egon Zehnder“ gewählt worden.




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