Letztes Update am Do, 20.06.2019 19:26

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Putin bereit zu Gesprächen mit Trump bei G-20-Gipfel



Russlands Präsident Wladimir Putin ist bereit, am Rande des G-20-Gipfels nächste Woche in Japan mit seinem US-Kollegen Donald Trump Gespräche zu führen. „Dialog ist immer gut“, sagte der Kremlchef am Donnerstag in der Fernsehsendung „Direkter Draht“.

„Wenn die amerikanische Seite Interesse daran zeigt, dann sind wir natürlich so bereit zu einem Dialog, wie es unsere Partner sind.“ Es gebe international etwas zu besprechen, sagte Putin. Er verwies etwa auf das Thema Rüstungskontrolle.

Russland drängt auf Gespräche mit den USA zur Verlängerung des New-Start-Vertrags zu Abbau und Begrenzung von Atomwaffen. Das zwischen Moskau und Washington ausgehandelte Abkommen läuft 2021 aus. Es sieht vor, die Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern.

Es wäre das erste Treffen der beiden Präsidenten nach dem Abschluss der Russland-Ermittlungen von Sonderermittler Robert Mueller in den USA. Die Ermittlungen hatten keine Beweise für eine Zusammenarbeit Russlands mit dem Wahlkampf-Team Trumps ergeben.

Trump hatte zuvor am Mittwochabend (Ortszeit) dem US-Fernsehsender Fox News erklärt, er wolle beim G-20-Gipfel mit Putin zusammentreffen. Er werde neben dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping auch Putin treffen, sagte Trump. „Ich möchte mit Russland auskommen, und ich denke, dass wir das werden“, sagte Trump zur Begründung.

Wortgleich äußerte sich der US-Präsident auch zu China, und fügte dann mit Blick auf dessen Präsidenten Xi Jinping und Putin hinzu: „Es ist so, dass ich beide nächste Woche in Japan beim G-20-Gipfel treffe.“

Das Treffen mit Xi hatte der US-Präsident schon zu Wochenbeginn bestätigt. Mit dem chinesischen Präsidenten will Trump vor allem über eine Beilegung des eskalierenden Handelsstreits sprechen. Der Kreml hatte kühl auf Spekulationen reagiert, dass es bei dem Gipfel am 28. und 29. Juni auch zu einem Treffen zwischen Trump und Putin kommen könnte. Die USA hätten diesbezüglich „keine Initiativen oder Vorschläge formuliert“, hieß es am Montag aus dem Kreml. „Ein kurzes Treffen“ sei aber nicht ausgeschlossen.

Trump und Putin waren im Juli 2018 in Helsinki das bisher einzige Mal zu einem bilateralen Treffen zusammengekommen. Das Gespräch wurde zu einem Desaster für den US-Präsidenten, dem vorgeworfen worden war, Putin in der Frage der Beeinflussung der US-Präsidentenwahl 2016 nicht die Stirn geboten zu haben. Nach US-Geheimdiensterkenntnissen hat Russland die Wahl beeinflusst, damit Trump sie gegen die favorisierte demokratische Kandidatin Hillary Clinton gewinnt. Trump fällt es schwer, sich damit abzufinden.




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