Letztes Update am Sa, 22.06.2019 17:43

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vatikan-Frauenteam trat in Wien aus Protest nicht an



Zu einem zumindest kleinen Eklat ist es am Samstag in Wien-Simmering gekommen. Das geplante Debüt des Frauen-Fußballteams des Vatikan gegen den FC Mariahilf platzte, weil die Gäste-Truppe aus Protest gegen politische Botschaften nicht mehr antreten wollte. Wie mehrere User auf Twitter schrieben, hatten die Wienerinnen Zeichen gegen Homophobie und offenbar auch für das Recht auf Abtreibung gesetzt.

Wie etwa der ORF-Radiosender FM4 auf Twitter schrieb, dürften Mariahilf-Spielerinnen während der Hymne „Pro Choice“-Botschaften unter ihren Shirts enthüllt haben. Weiters war ein Banner mit der Aufschrift „Football rules - not gender roles“ (Es geht um Fußball, nicht um Geschlechterrollen) am Platz angebracht. Als Unterstützung für die LGBT-Bewegung war zudem Regenbogen-Symbolik zu sehen, unter anderem in Form von Regenbogenfahnen als Eckfahnen.

Das Spiel wurde demnach abgesagt, nachdem die Vatikan-Mannschaft nach dem Aufwärmen nicht mehr auf den Platz gekommen war. Die Vatikan-Frauen hätten am Samstag auf Einladung ihr internationales Debüt geben sollen. Das Team, das aus Mitarbeiterinnen des Vatikans sowie Angehörigen von Vatikan-Bediensteten besteht, war vom FC Mariahilf eingeladen worden. Der Verein aus der Wiener Landesliga feierte am 22. Juni sein 20-Jahr-Jubiläum.

Laut einem ORF-Online-Bericht ist der Vertreter des Papstes in Österreich, Nuntius Pedro Lopez Quintana, für den Rückzug des Vatikan-Teams verantwortlich gewesen. Ein Funktionär des vatikanischen Teams habe den Nuntius im VIP-Zelt aufgesucht, dann „folgt ein sichtbar emotionales Gespräch und der Nuntius verlässt mit seinen Begleitern den Platz“, hieß es auf religion.orf.at.

Einige österreichische Sportlerinnen hätten zuvor ihre Trikots hochgezogen „und auf ihre Bäuche gemalte Eierstöcke sowie Botschaften für die Legalisierung der Abtreibung zur Schau gestellt“. An anwesende Journalisten seien Flugblätter verteilt worden. Darauf begründeten die Aktivistinnen ihr Vorgehen mit der Position der Kirche zur gleichgeschlechtlichen Ehe sowie ihrer Ablehnung der Abtreibung. Eine beteiligte Mariahilf-Spielerin berichtete, dass sich die Frauen der Folgen ihrer Aktion nicht bewusst gewesen seien.




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