Letztes Update am So, 23.06.2019 12:24

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verein sagte Vortrag des Salafisten Kuduzovic in Wien ab



Der bosnisch-muslimische Bildungs- und Kulturverein „Ilum-Haus des Wissens“, der einen Vortrag des bosnischen Salafisten Safet Kuduzovic für Sonntagabend in Wien plante, hat die Veranstaltung abgesagt. Wie der Verein in der Nacht auf Sonntag auf Facebook mitteilte, verurteile und verachte er „jegliche Form von Extremismus und Terrorismus.“ Weltoffenheit und Freiheit“ seien Vereinsideologie.

Dass Kuduzovic, ein „auf dem Gebiet der Hadithwissenschaft anerkannter Islamwissenschaftler“, nicht unumstritten ist, sei den Organisatoren bewusst gewesen. Man habe erst aus den Medien von Vorwürfen gegen Kuduzovic erfahren. „Da unser Verein für die obengenannten Werte steht und die Grundwerte der österreichischen Verfassung achtet und schätzt, können wir als Veranstalter den Vortrag von Dr. Safet Kuduzovic nicht verantworten“, heißt es in der Stellungnahme des Vereins, der „Teil der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) und ein Teil der österreichischen Gesellschaft“ ist.

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ schreibt, wird Kuduzovic als „aktuell führender salafistischer Prediger“ bezeichnet. Wie „profil“ weiter berichtet, nennt ein Report des „Western Balkans Extremism Research and Policy Analysis Forum“ des staatsnahen British Council aus dem Jahr 2018 Kuduzovic „einen Führer der salafistischen Bewegung in der Region“ und „einen der einflussreichsten Missionare in Bosnien“. Laut dem Report soll er in einer Brandrede 1999 zur Gewalt gegen Juden aufgerufen und die Todesstrafe für die Schmähung des Propheten gefordert haben. Auch in einer Aufnahme aus dem Jahr 2015 sprach er sich dafür aus, Beleidigungen des Propheten mit dem Tod zu ahnden.

Zuvor hatte ÖVP-Sicherheitssprecher Karl Mahrer den geplanten Vortrag Safet Kuduzovics scharf kritisiert. „Salafismus hat in Österreich keinen Platz, so wie jede andere Form des Extremismus in unserer Gesellschaft keinen Platz hat“, so Mahrer am Sonntag. „Hetze gegen die unanfechtbaren Werte der Freiheit, Demokratie, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit“ dürfe „keinesfalls Platz greifen“. Es gelte, „dem islamistischen Radikalismus geschlossen entgegenzutreten.

Auch FPÖ-Chef Norbert Hofer reagierte „entsetzt“. „Extremistische Hetzer, die im Namen des Islam widerliche Tiraden gegen Andersgläubige absondern, haben in unserer demokratischen Gesellschaft keinen Platz. Ich erwarte mir daher von den zuständigen Behörden vollen Einsatz, um diesen Auftritt zu unterbinden“, so Hofer.




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