Letztes Update am So, 23.06.2019 12:39

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Haustrümmer erschlugen mindestens 17 Menschen in Kambodscha



Der Einsturz eines Rohbaus hat mindestens 17 Menschen in Kambodscha das Leben gekostet. Weitere 24 seien bei dem Unglück Samstagfrüh in der südwestlichen Küstenstadt Sihanoukville verletzt worden, berichtete das regierungsnahe Nachrichtenportal Fresh News am Sonntag unter Berufung auf Provinzgouverneur Yun Min.

Unklar blieb, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Einsturzes auf der Baustelle befanden. Vier Menschen, unter ihnen der chinesische Eigentümer des siebenstöckigen Gebäudes, wurden festgenommen. Ein Ermittlerteam solle untersuchen, ob Fahrlässigkeit vorliege, erklärte Yun Min bereits am Samstag. Rettungsmannschaften suchten am Sonntag weiter nach Überlebenden. Die Zahl der Opfer wird möglicherweise noch steigen, denn bis in der Früh waren den Behörden zufolge erst 40 Prozent der Trümmer abgetragen.

Kambodschas langjähriger Staatspräsident Hun Sen drückte in einem Eintrag auf Facebook am späten Samstag sein Beileid aus und schrieb, die gesamte Nation fühle mit den betroffenen Familien. Zugleich versprach er Finanzhilfen. Demnach sollen Hinterbliebene 10.000 Dollar (8.837,05 Euro) für jeden Todesfall bekommen. Verletzte werden 1.250 Dollar sowie kostenlose Arztbehandlungen erhalten. Der seit mehr als 30 Jahren regierende Hun Sen äußerte sich von Bangkok aus, wo er am Asean-Gipfel teilnahm.

Das Gebäude war Fresh News zufolge zu 80 Prozent fertiggestellt und gehörte chinesischen Eigentümern. Provinzgouverneur Yun Min hatte am Samstag zunächst von mindestens sieben Toten gesprochen.

Sihanoukville hat in den vergangenen Jahren einen wahren Bauboom erlebt, der vor allem von einem Zustrom chinesischer Investoren vorangetrieben wurde. Schnell wurden Hotels und Casinos hochgezogen, allen voran für chinesische Touristen. Die Provinzregierung beauftragte 13 Fachleute, die nun die Ursache für den Einsturz ermitteln sollen.




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