Letztes Update am So, 23.06.2019 19:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Imamoglu gewinnt Bürgermeisterwahl in Istanbul



Der Kandidat der türkischen Regierungspartei AKP, Binali Yildirim, hat seine Niederlage bei der wiederholten Bürgermeisterwahl in Istanbul eingestanden. Yildirim gratulierte seinem Rivalen Ekrem Imamoglu von der oppositionellen CHP am Sonntagabend bei einem Fernsehauftritt zu seinem Vorsprung und wünschte ihm viel Glück für seine künftigen Aufgaben.

Laut vorläufigen Ergebnissen lag Imamoglu mit 53,8 Prozent der Stimmen klar vor Yildirim, der auf 45,3 Prozent kam. Der Abstand zwischen den beiden Kandidaten betrug nach Auszählung von 97,4 Prozent der Stimmen mehr als 730.000 Stimmen. Rund 10,5 Millionen Menschen waren aufgefordert, erneut den Bürgermeister der größten Stadt der Türkei zu wählen.

Imamoglu bezeichnete seinen Sieg als „neuen Beginn“ für die Türkei. „Nicht eine einzelne Partei, sondern ganz Istanbul und die Türkei haben diese Wahl gewonnen“, sagte Imamoglu am Sonntagabend nach Bekanntgabe der vorläufigen Wahlergebnisse.

Yildirim erkannte bei seinem Auftritt wenige Minuten nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse an, dass sein Rivale Imamoglu führt. „Ich gratuliere ihm und wünsche ihm viel Glück“, sagte er. „Ich hoffe, dass Ekrem Imamoglu Istanbul gut dienen wird. Wir werden versuchen, ihm auf jede Weise zu helfen.“ Die Abstimmung zeige, dass „die türkische Demokratie ohne Probleme funktioniert“. Die Wahl galt als wichtiger Test für die Demokratie in der Türkei. Der Sieg Imamoglus gilt dennoch als Rückschlag für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seine regierende AKP.

Nach der ersten Wahl vom 31. März hatte Imamoglu nur einen Vorsprung von gut 20.000 Stimmen gehabt. Die AKP hatte daraufhin seinen Sieg angefochten und der Opposition „Diebstahl an den Urnen“ vorgeworfen. Unter ihrem Druck annullierte die Wahlkommission Anfang Mai die Wahl schließlich. Die Entscheidung begründete die Behörde unter anderem damit, dass in einigen Fällen die Vorsitzende der Wahlräte - anders als gesetzlich vorgesehen - keine Beamten gewesen waren. Die Annullierung wurde international kritisiert.




Kommentieren