Letztes Update am Mo, 24.06.2019 13:29

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Generalstaatsanwalt in Äthiopien starb nach Anschlag



Nach einem Anschlag auf mehrere hochrangige Vertreter der nordwestäthiopischen Region Amhara ist der Generalstaatsanwalt an seinen schweren Verletzungen gestorben. Wie der Staatssender EBC berichtete, erlag Migbaru Kebede am Montag seinen Schusswunden. Die Regierung in Addis Abeba hatte zuvor für Montag einen nationalen Trauertag ausgerufen. Der Drahtzieher ist unterdesen weiter auf der Flucht.

Bei dem Anschlag am Samstag war auch der Regionalpräsident von Amhara getötet worden. Bei einem weiteren Anschlag in Addis Abeba, ebenfalls am Samstag, war auch Generalstabschef Seare Mekonnen erschossen worden. Die äthiopische Regierung sieht einen Zusammenhang zwischen den Taten. Die Hintergründe blieben aber weiter unklar.

Der Brigadegeneral, der für die Tat am Samstagabend verantwortlich gemacht wird, sei noch nicht festgenommen worden, sagte Nigussu Tilahun, der Sprecher von Regierungschef Abiy Ahmed, am Montag im staatlichen Radio. Er sei mit rund 100 bewaffneten Unterstützern auf der Flucht.

Angreifer hatten nach Angaben der Regierung versucht, am Samstag die Regierung der Region Amhara im Norden Äthiopiens zu stürzen. Dabei wurde der Präsident der Region getötet. Damit zusammenhängend wurde der Chef der äthiopischen Streitkräfte in Addis Abeba von seinem Leibwächter getötet. Die Regierung machte den Sicherheitschef der Regionalverwaltung, Brigadegeneral Asaminew Tsige, für die Tat verantwortlich. Das Internet wurde im Land weitgehend abgeschaltet.

Die Regierung erklärte den Montag zum nationalen Trauertag. Die Opfer würden am Dienstag in Amhara und Addis Abeba beerdigt, sagte Nigussu. UN-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte die Tat und sagte Regierungschef Abiy seine Unterstützung zu, wie Sprecher Stephane Dujarric mitteilte.

Der genaue Hintergrund des Vorfalls war weiterhin unklar. Der junge Regierungschef Abiy gilt seit seinem Amtsantritt vor etwas über einem Jahr als Reformer. Er hat unter anderem das Verbot mehrerer Oppositionsgruppen aufgehoben und mit dem Langzeit-Rivalen Eritrea Frieden geschlossen. Allerdings hat sich der 42-Jährige auch viele Feinde gemacht. Zudem sind im vergangenen Jahr mehrere ethnische Konflikte in dem Vielvölkerstaat wieder aufgeflammt.

Mit über 100 Millionen Einwohnern ist Äthiopien nach Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas, Amhara gehört zu den neun autonomen Regionen des Landes. Das Land legte in jüngster Zeit ein rasantes Wirtschaftswachstum hin. Dennoch zählt es nach wie vor zu den ärmsten Staaten der Welt.




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