Letztes Update am Mo, 24.06.2019 17:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vieles neu im Ars Electronica Center in Linz



Das Ars Electronica Center in Linz hat seine Ausstellungen nun komplett erneuert. „AI x Music“, „Mirages & Miracles“ und das neue Kinderforschungslabor wurden am Montag vorgestellt und ergänzen in den oberen Stockwerken die bereits eröffneten Ausstellungen im Untergeschoß zum Thema „Compass - Navigating the Future“.

„Es geht um die Möglichkeiten, in Zukunft aktiv zu gestalten, ein Teil zu sein, der Verantwortung übernimmt. Das wollen die neuen Ausstellungen vermitteln“, erklärte Ars-Electronica-Leiter Gerfried Stocker. Die Ars Electronica habe den Auftrag, den Menschen ins 21. Jahrhundert zu führen, bei aller Technik stehe der Mensch im Mittelpunkt, sagte Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP). Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) betonte, dass sie beide sich für die Neugestaltung des Museums, die vier Mio. Euro gekostet hat, eingesetzt hätten. „Wir sind eine Stadt, die gut daran tut, als Industriestadt auch die Digitalisierung als Herausforderung zu begreifen, aber nicht nur auf der technischen Ebene.“ Die Stadt sei auch gut beraten, sich der Kinder anzunehmen, ihnen „zu erklären, was wir mit Digitalisierung meinen, so dass Kinder es verstehen“.

Im neuen Kinderforschungslabor im ersten Obergeschoß laden etliche Stationen zum Mitmachen ein. Bei „Trax“ von Gal Levy und Michael Lachower aus Isreal kann man mittels Bausteinen kleine Melodien komponieren und bestimmen, welches Instrument sie spielen soll. Auf Tuchfühlung mit der Künstlichen Intelligenz gehen die Kleinen in „Animaker“ von Matthias Fritz und Markus Dorninger, laut Stocker dem Herzstück des Labors. Eine KI scannt hier die von den Kindern mit Lego Duplo gebauten Tiere und versucht sie zu erkennen.

Um ein Tier, nämlich das winzige Bärtierchen, geht es im ersten Kinderbuch der Ars Electroncia „Da ist Tardi“. Die Idee dazu hatte Infotrainerin Ulrike Mair, die sie gemeinsam mit Kollegin Katharina Hof umsetzte. Bei seiner Reise durch das Ars Electronica Center erklärt das Tierchen Begriffe wie „Algorithmus“, „Neuronales Netzwerk“ und „K.I.“. Das nur bis zu einem Millimeter große Bärtierchen ist ein „Überlebenskünstler“, so Hof. Es brauche nur einen Tropfen Wasser, um aus einem Scheintod zu erwachen - deshalb hat auch jeder Infotrainer, der wollte, einen Wassertropfen für das Buch gestaltet.

In „Mirages & Miracles“ von Adrien M und Claire B auf derselben Ebene erwachen Steine mittels Tablet zu wunderbarem Leben, eine Tänzerin nimmt den Stein als Bühne, Strahlen wie bei einem Feuerwerk strömen aus einem anderen heraus. Es gehe um die Frage, wie man zwei Welten verbinden könne, meinte Stocker, die reale und die digitale. Hier geschehe das auf poetische phantasievolle Weise.

„AI x Music“ im zweiten Obergeschoß nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise vom Bagdad des 9. Jahrhunderts mit der ältesten frei programmierbaren Maschine bis zum „Bösendorfer 290 Imperial CEUS“, der auf ihm gespielte Musikstücke aufnehmen und reproduzieren kann - mit all den kleinen Nuancen des Pianisten. Anschaulichen Musikunterricht bieten auch ein Walzenklavier und ein Flötenspiel aus der Mechanischen Klangfabrik Haslach, die Instrumente „Seamoons“ und „Mr. Knocky“ der japanischen Gruppe Maywa Denki und Moritz Simon Geists „Making Techno with Music Robots“. Selbst aktiv werden kann man im Open Soundstudio mit seinen unzähligen Tools zur Klangerzeugung.




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