Letztes Update am Di, 25.06.2019 20:56

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Britische Bestseller-Autoren vereint gegen den Brexit



Mit einer „Freundschaftstournee“ durch Europa wollen vier britische Bestseller-Autoren ihrem Ärger über den bevorstehenden Brexit Ausdruck verleihen. Ken Follett, Lee Child, Kate Mosse und Jojo Moyes kündigten bei einer Pressekonferenz in London am Dienstag eine gemeinsame Lesereise im November an.

In Mailand, Madrid, Berlin und Paris wollen sie sich mit jungen Romanautoren treffen und Fragen ihrer Fans zum Brexit beantworten. Er und seine Kollegen seien „peinlich berührt und erschüttert“ über die politischen Ereignisse in Großbritannien seit dem Brexit-Referendum im Juli 2016, erklärte Follet („Die Säulen der Erde“). Es sei der Eindruck entstanden, „dass die Briten andere Europäer nicht mögen und kein Teil Europas sein wollen.“

Bei der geplanten „Freundschaftstournee“ gehe es darum, „den Menschen in unseren Nachbarländern zu versichern, dass wir Europa nicht verlassen wollen, und dass wir Ausländer nicht hassen“, sagte Follett. Das Referendum 2016 war denkbar knapp ausgegangen: 52 Prozent der Briten stimmten für den EU-Austritt, 48 Prozent sprachen sich dagegen aus.

Jojo Moyes, Autorin von Liebesromanen wie „Ein ganzes halbes Jahr“, erklärte, der Brexit sei für sie eine „Quelle riesiger Traurigkeit“. Die politische und emotionale Zersplitterung Großbritanniens bereite ihr Angst.

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Follett erklärte, er setze wenig Hoffnung in den Nachfolger der scheidenden Premierministerin Theresa May. Er sehe keinen Weg, der „von dort, wo wir jetzt stehen, zu einem guten Ende führt“, sagte der 70-Jährige.

Im Rennen um das Amt des Tory-Vorsitzenden befinden sich noch Außenminister Jeremy Hunt und dessen Amtsvorgänger Boris Johnson. Letzter gilt als Favorit. Er hat sich darauf festgelegt, den Brexit am 31. Oktober notfalls auch ohne Abkommen mit der EU zu vollziehen. Hunt zieht es in Erwägung, den EU-Austritt erneut zu vertagen.

Der Thriller-Autor Lee Child, der bürgerlich James Grant heißt, bezeichnete die Vorstellung Johnsons als britischem Premier als „entsetzlich“. „Was wir hier haben, ist ‚Boris Trump‘: ein weiterer aberwitziger, dicker Lügner mit lächerlicher Frisur und ohne Ahnung von Politik“, erklärte er.




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