Letztes Update am Di, 25.06.2019 22:12

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pompeo zu Überraschungsbesuch in Afghanistan



Vor dem Hintergrund der Bemühungen um eine politische Lösung des langjährigen Konflikts in Afghanistan hat US-Außenminister Mike Pompeo überraschend das kriegsgeplagte Land besucht. Pompeo teilte auf Twitter mit, er habe am Dienstag unter anderem mit dem afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani „produktive Diskussionen“ geführt.

Thema seien der Friedensprozess mit den radikalislamischen Taliban gewesen und die Notwendigkeit, glaubwürdige Wahlen abzuhalten. Pompeo äußerte vor Journalisten zudem die Hoffnung, dass noch vor dem 1. September ein Friedensabkommen erzielt wird.

Die Ende 2001 durch eine Militärallianz unter Führung der USA von der Macht in Kabul vertriebenen Taliban beherrschen mittlerweile wieder große Landesteile und setzen der afghanischen Polizei und den Regierungstruppen zu. Fast täglich greifen sie Kontrollposten und Basen der Polizei und Armee an.

Die USA sprechen seit Juli des Vorjahres mit den Aufständischen über eine Beilegung des langjährigen Konflikts. Zuletzt waren die Gespräche über Frieden etwas ins Stocken geraten. Die nächste USA-Taliban-Gesprächsrunde im Golfemirat Katar soll laut dem US-Sondergesandtem für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, am Samstag beginnen. Die Präsidentschaftswahlen in Afghanistan sollen am 28. September abgehalten werden.

Bei den anstehenden USA-Taliban-Gesprächen in Doha soll es vor allem um einen Zeitplan des Abzugs der internationalen Truppen gehen sowie die Forderung der USA nach Garantien, dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge mehr geplant werden. Khalilzad teilte kürzlich über Twitter mit, aufgrund seiner jüngsten Besuche in Afghanistan und Katar sei er der Meinung, dass alle Seiten rasche Fortschritte wünschten. Die Taliban betreiben in Katar ein halboffizielles politisches Büro.

Die USA-Taliban-Gespräche sollen nach offizieller Lesart in innerafghanische Friedensgespräche münden. Allerdings weigern sich die Aufständischen weiterhin, mit der Regierung in Kabul zu sprechen, die sie als Marionette des Westens betrachten.




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