Letztes Update am Mi, 26.06.2019 13:53

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fast 40 afghanische Sicherheitskräfte bei Gefechten getötet



Wenige Tage vor der nächsten Gesprächsrunde über Frieden in Afghanistan haben sich die Kämpfe in dem kriegszerrissenen Land erneut intensiviert. Bei Gefechten und Explosionen in mehreren Provinzen wurden nach offiziellen Angaben vom Mittwoch innerhalb von 48 Stunden mindestens 37 Sicherheitskräfte getötet. Auch zwei US-Soldaten starben demnach.

Bei zwei Angriffen der radikalislamischen Taliban auf Kontrollposten im Westen des Landes in der Nacht auf Mittwoch seien mindestens 18 Polizisten und Soldaten ums Leben gekommen, sagten Provinzräte. Mindestens 13 Sicherheitskräfte starben am Dienstag und Mittwoch in drei Provinzen, nachdem ihre Fahrzeuge auf am Straßenrand platzierte Bomben gefahren waren. Am Dienstag seien bei Streitigkeiten innerhalb einer Einheit der Lokalpolizei im Norden zudem sechs Polizisten getötet worden, sagte ein Behördenvertreter. Die Einheit habe aus ehemaligen Kämpfern der Terrormiliz „Islamischer Staat“ bestanden, die vor sechs Monaten zur Regierung gewechselt waren. Die Täter seien geflüchtet.

Die Taliban bekannten sich zu einem Angriff am Mittwoch, bei dem zwei US-Soldaten getötet wurden. Die NATO-Mission „Resolute Support“ teilte aus Rücksicht auf die Familienangehörigen zunächst keine Details mit. Seit Beginn des Jahres sind somit neun US-Soldaten in Afghanistan ums Leben gekommen.

Seit Juli des Vorjahres sprechen die USA mit hochrangigen Vertretern der Taliban, um den mehr als 17 Jahre dauernden Konflikt zu beenden. Nach Fortschritten Anfang des Jahres waren die Gespräche zuletzt ins Stocken geraten. Die nächste USA-Taliban-Gesprächsrunde im Golfemirat Katar soll am Samstag beginnen. Die Bemühungen sollen nach offizieller Lesart in innerafghanische Friedensgespräche münden.




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