Letztes Update am Mi, 26.06.2019 15:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sea-Watch - Kapitänin steuert trotz Verbots Lampedusa an



Trotz des italienischen Verbots hat die Kapitänin der „Sea-Watch 3“, Carola Rackete, angekündigt, Lampedusa anzusteuern, um die 42 Migranten an Land zu bringen. Die italienische Küstenwache fuhr nach der Ankündigung der deutschen Hilfsorganisation laut italienischen Medien der „Sea-Watch 3“ entgegen, um sie zum Anhalten aufzufordern.

„Ich habe beschlossen in den Hafen von Lampedusa einzufahren. Ich weiß, was ich riskiere, aber die 42 Geretteten sind erschöpft. Ich bringe sie jetzt in Sicherheit“, twitterte die deutsche Kapitänin der „Sea-Watch 3“ am Mittwoch. Zuvor hatte das Schiff der deutsche Hilfsorganisation zwei Wochen vergeblich auf Landeerlaubnis gewartet. „14 Tage hat die EU die ́Sea-Watch 3 ́ im Stich gelassen. Unsere Kapitänin hat keine Wahl“, erklärte die deutsche NGO.

Der Beschluss wurde gefasst, nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am Dienstag einen Eilantrag der deutschen Hilfsorganisation, damit die 42 Migranten in Italien an Land gehen dürfen, abgelehnt hatte.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini kündigte an, die Sicherheitskräfte einsetzen zu wollen, um die Landung der Migranten zu verhindern. „Die Verteidigung unserer Grenzen ist heilig“, erklärte Salvini auf Facebook. Der Rechtspopulist kündigte exemplarische Strafen für die Kapitänin an, sollte sie sich dem Landeverbot widersetzen. „Hier geht es um ein erbärmliches politisches Spiel. Die Kapitänin wird für ihre Verantwortung bezahlen müssen“, warnte Salvini.

Italien hatte es der NGO verwehrt in italienische Hoheitsgewässer einzufahren. Bei Einfahrt in den Hafen von Lampedusa drohen der Kapitänin neben der Geldstrafe auch strafrechtliche Ermittlungen wegen Beihilfe zur Schlepperei. Zudem dürfte das Schiff konfisziert werden. Das Schiff hatte die Migranten vor rund zwei Wochen vor der Küste Libyens aufgenommen und wartete seitdem auf eine Landegenehmigung.




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