Letztes Update am Mi, 26.06.2019 16:12

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nächster Salzburg-Abgang: Schlager wechselte zu Wolfsburg



Fußball-Meister Salzburg verliert seine nächste Stammkraft. Nach Hannes Wolf, Munas Dabbur, Fredrik Gulbrandsen und Stefan Lainer hat nun auch Xaver Schlager den Sprung ins Ausland gemacht. Österreichs Teamspieler wechselt wie erwartet zum VfL Wolfsburg, wie am Mittwoch bekannt wurde. Beim nun von Oliver Glasner betreuten deutschen Bundesligisten erhält der 21-Jährige einen Vierjahresvertrag.

Schlager konnte Salzburg dank einer Ausstiegsklausel verlassen, die bei kolportierten 15 Millionen Euro liegt. Für die Mozartstädter spielte das Eigenbaugewächs seit 2016 bei den Profis, gewann viermal die Meisterschaft und stieß mit den „Roten Bullen“ im Vorjahr bis ins Halbfinale der Europa League vor. In der abgelaufenen Saison bestritt der Mittelfeldmann 44 Pflichtspiele für Salzburg.

„Ich habe jetzt das Gefühl gehabt, dass es nach zehn Jahren in Salzburg Zeit für etwas Neues ist. Ich hatte hier eine tolle Zeit, konnte viel lernen und habe viel erlebt. Jetzt stehe ich vor einer neuen Herausforderung, die ich nicht ablehnen wollte und die sehr reizvoll und spannend ist“, wurde der bis vergangenen Sonntag bei der U21-EM weilende Schlager in einer Salzburg-Aussendung zitiert. Bereits zu Wochenbeginn hieß es, dass der elffache Internationale beim Medizincheck in der VW-Stadt weilt.

Salzburg verliert damit einen weiteren Erfolgsfaktor. Die Lücke soll ein Mann aus dem eigenen Nachwuchs füllen. „Natürlich werden wir ihn als Spieler und als Typen bei uns vermissen. Aber so wie Xaver als ganz junger Spieler in unsere Mannschaft hineingewachsen ist, haben jetzt andere Youngsters die Möglichkeit, in seine Fußstapfen zu treten und seinem Beispiel zu folgen“, betonte Sportdirektor Christoph Freund. Dies sei der Weg, den der Verein seit Jahren geht. „Und der uns in erster Linie sportlich, aber auch wirtschaftlich so erfolgreich gemacht hat.“

Salzburg nahm durch die Transfers von Dabbur (um kolportierte 15 Mio. zum FC Sevilla), Wolf (12 zu Leipzig), Lainer (12 zu Mönchengladbach) und nun Schlager mehr als 50 Millionen Euro ein. Ausgegeben hat der Serienmeister bisher nur für das slowenische Stürmertalent Benjamin Sesko (rund 3 Mio.) etwas. Wie Freund beim Trainingsstart am Montag anmerkte, sei nicht auszuschließen, dass noch Spieler geholt werden.

Wolfsburg beendete die abgelaufene Saison unter Trainer Bruno Labbadia als Sechster und spielt damit in der Europa League. Labbadia wurde dennoch durch Glasner ersetzt, der bereits Joao Victor vom LASK mit nach Niedersachsen nahm. Die Qualitäten von Schlager kennt der VfL-Coach bestens. Auch, da Glasner vor seinem Engagement beim LASK zweieinhalb Jahre bei Salzburg gewerkt hatte.

Für die Wolfsburger meldete sich Sportdirektor Marcel Schäfer zu Wort. Schlager sei ein erfolgshungriger Spieler, der nun den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen könne. „Trotz seines jungen Alters verfügt er bereits über einige Erfahrung auf internationalem Niveau und passt auch unabhängig von seinen sportlichen Qualitäten hervorragend zum VfL Wolfsburg“, so Schäfer.




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