Letztes Update am Mi, 26.06.2019 20:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iran überschreitet zulässige Menge angereicherten Urans



Der Iran wird am Donnerstag nach eigenen Angaben die zulässige Menge niedrig angereicherten Urans überschreiten und damit erstmals gegen das internationale Atomabkommen verstoßen. Die Vereinbarung mit den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland vom Juli 2015 sieht vor, dass der Iran maximal 300 Kilogramm auf 3,67 Prozent angereichertes Uran besitzen darf.

Die Europäer haben Teheran für den Fall eines Verstoßes gegen das Atomabkommen mit Konsequenzen gedroht. US-Präsident Donald Trump hatte das Atomabkommen mit Teheran vor gut einem Jahr aufgekündigt und verfolgt eine Politik des „maximalen Drucks“ gegen den Iran. Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben in den vergangenen Monaten massiv zugenommen. Der Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne über dem Golf von Oman durch den Iran brachte beide Länder unlängst an den Rand eines Krieges.

Der Iran macht weiterhin eine Aufhebung der US-Sanktionen zur Bedingung für Gespräche über sein Atomprogramm. „Solange die illegalen Sanktionen in Kraft sind, kann nicht erwartet werden, dass man dem Angebot eines ernsthaften und vertrauenswürdigen Dialogs trauen kann“, sagte der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Majid Taht Ravanckhi, am Mittwoch in New York. Der Iran könne und wolle auch nicht länger die Lasten zur Bewahrung des aktuellen Atomabkommens schultern. Wenn die anderen Vertragspartner nichts unternehmen würden, um das gegenwärtige Abkommen zu retten, müssten sie „die volle Verantwortung für mögliche Konsequenzen“ tragen.

US-Präsident Donald Trump sagte unterdessen am Rande einer Veranstaltung in Washington, sollte es keine neues Abkommen mit dem Iran geben, mache ihm das nichts aus. „Ich habe unbegrenzt Zeit.“




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