Letztes Update am Do, 27.06.2019 09:53

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tote bei Gasexplosion in Wiener Wohnhaus



Die verheerende Detonation - die Einsatzkräfte gehen von einer Gasexplosion aus - in einem Gemeindebau in Wien-Wieden hat zumindest ein, wahrscheinlich zwei Todesopfer gefordert. In der Nacht auf Donnerstag wurde in den Trümmern des Hauses Ecke Preßgasse - Schäffergasse eine weibliche Leiche geborgen. In einem weiteren Hohlraum ortete man eine weitere Person, die keine Lebenszeichen gab.

Bei dem Todesopfer handelt es sich nach Angaben der Polizei um eine 29-jährige Frau. Bis Donnerstagvormittag wurden 14 verletzte Personen, zwei davon schwer, von der Berufsrettung versorgt bzw. in Spitäler gebracht. Bei den Schwerverletzten handelt es sich einerseits um einen 31-jährigen Mann, der im betroffenen Haus aufhältig war, andererseits um einen 53-jährigen Bewohner des gegenüberliegenden Gebäudes. Bisher war das Alter des Mannes mit 35 angegeben worden.

Am Vormittag wurde nach einer weiteren verschütteten Person gegraben, die im Bereich des eingestürzten Gebäudes vermutet wurde. Die Verkehrssperren wurden mit 5.40 Uhr bis auf den unmittelbar betroffenen Kreuzungsbereich Schäffergasse/Preßgasse aufgehoben.

Insgesamt sind im von der Explosion hauptbetroffenen Mehrparteienhaus 42 Personen in 22 Wohnungen gemeldet. Nach wie vor wurde nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Personen im zum Teil eingestürzten Gebäude eingeschlossen sind.

„Über die Ursache der Explosion können weiterhin keine Rückschlüsse gezogen werden, da die Beamten der zentralen Brandermittlung des LKA aufgrund noch nicht abgeschlossener Sicherungsmaßnahmen das Gebäude noch nicht betreten konnten“, berichtete Polizeisprecher Harald Sörös. An erster Stelle stehe vorerst die Suche nach möglichen weiteren Personen, „erst danach können die kriminalpolizeilichen Ermittlungsmaßnahmen gesetzt werden“. Auch eine Drohne der LPD Wien kam zum Einsatz, um sich ein Lagebild aus der Luft zu verschaffen.

Die letzte Überprüfung der Gasleitungen des Hauses hat von 2017 bis 2018 durch einen Installateur stattgefunden, hieß es aus dem Büro der Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ). Wiener Wohnen habe bis zur Explosion keine Hinweise auf Gasgeruch, Probleme mit Gas oder Ähnliches aus der Wohnanlage erhalten. Das gesetzliche Prüfintervall von Gasleitungen liegt bei zwölf Jahren, informierte die Stadträtin. Die letzte Sanierung der Wohnanlage erfolgte von 2006 bis 2007.

Mitarbeiter von Wiener Wohnen hätten am Mittwoch bereits die ersten Ersatzquartiere für die Betroffenen organisiert. Am Donnerstag sollen alle Mieter aktiv durchtelefoniert und Ersatzwohnungen angeboten werden. Mieter können auch zum Bürgerbus an Ort und Stelle kommen oder ins Wiener-Wohnen-Service-Center, wo ein eigener Bereich dafür eingerichtet wurde.

„Wir alle sind bewegt von dem Unglück und dessen fatalen Auswirkungen“, sagte Kathrin Gaal. „Meine aufrichtiges Mitgefühl und meine tiefe Anteilnahme gelten den Angehörigen der Opfer.“ Die Stadträtin, die den Helfern ihren Dank und Respekt übermittelte, versicherte allen Betroffenen „die volle, unkomplizierte Unterstützung durch Wiener Wohnen.“

Die von der Explosion betroffene Stiege (das Haus besteht aus zwei) „ist definitiv verloren“ und wird abgerissen werden müssen, hieß es aus dem Büro der Stadträtin. Man habe noch Mittwochnacht erste Sofortmaßnahmen beauftragt, „damit wir zur Absicherung anrücken können, wenn die Feuerwehr das Haus an uns übergibt“. Ob die zweite Stiege gerettet werden kann, werde sich erst nach Überprüfungen zeigen.




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