Letztes Update am Do, 27.06.2019 13:29

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Stephan E. räumt in Causa Lübcke Verkauf von Waffen ein



Der Tatverdächtige im Mordfall Lübcke hat nach Angaben der deutschen Bundesanwaltschaft gestanden, selbst Waffen verkauft zu haben. Daher habe die Staatsanwaltschaft Kassel Ermittlungen gegen zwei weitere Beschuldigte eingeleitet, sagte ein Sprecher des Generalbundesanwalts am Donnerstag in Karlsruhe. Ein Zusammenhang mit dem Fall Lübcke sei bisher nicht erkennbar.

Daher übernehme die Bundesanwaltschaft diese Ermittlungen nicht. Man werde sich aber sehr intensiv mit der Frage beschäftigten, in welchem Verhältnis diese Personen mit Stephan E. und zwei anderen Männern standen, die im Zusammenhang mit der Tatwaffe festgenommen wurden. Das Umfeld dieser fünf Personen solle sehr intensiv ausgeleuchtet werden.

Zuvor bestätigte die deutsche Bundesanwaltschaft, dass im Mordfall Lübcke zwei weitere Personen festgenommen worden waren. Nach Angaben von Spiegel Online und Bild.de handelte es sich um den Händler und den Vermittler der Waffen für den Tatverdächtigen Stephan E. Nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ kam es in der Nacht auf Donnerstag zudem zu Durchsuchungen.

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war Anfang Juni aus nächster Nähe erschossen worden. Der CDU-Politiker war wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden. Er hatte sich 2015 auf einer Informationsveranstaltung gegen Schmährufe gewehrt und gesagt, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne Deutschland verlassen. Ein rechtsextremes Motiv wird hinter der Tat vermutet. Stephan E. war in der Vergangenheit vom Verfassungsschutz als gewaltbereiter Rechtsextremist eingestuft worden.




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