Letztes Update am Do, 27.06.2019 13:50

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tote bei Gasexplosion in Wiener Wohnhaus



Die verheerende Detonation - die Einsatzkräfte gehen von einer Gasexplosion aus - in einem Gemeindebau in Wien-Wieden hat zumindest ein, wahrscheinlich zwei Todesopfer gefordert. In der Nacht auf Donnerstag wurde in den Trümmern des Hauses Ecke Preßgasse - Schäffergasse eine weibliche Leiche geborgen. In einem weiteren Hohlraum ortete man eine weitere Person, die keine Lebenszeichen gab.

Bei dem Todesopfer handelt es sich nach Angaben der Polizei um eine 29-jährige Frau. Bis Donnerstagvormittag wurden 14 verletzte Personen, zwei davon schwer, von der Berufsrettung versorgt bzw. in Spitäler gebracht. Bei den Schwerverletzten handelt es sich einerseits um einen 31-jährigen Mann, der im betroffenen Haus aufhältig war, andererseits um einen 53-jährigen Bewohner des gegenüberliegenden Gebäudes. Bisher war das Alter des Mannes mit 35 angegeben worden.

Eine der zwei Personen, die nach der Gasexplosion als vermisst gegolten hatten, ist indes wieder aufgetaucht. Sie hatte sich in einem Krankenhaus befunden, teilte die Wiener Berufsfeuerwehr Donnerstagmittag am Unglücksort mit. Bei der betreffenden Person handelt es sich um jene, die sich zum Zeitpunkt der Detonation in jenem Stiegenhaus befunden haben soll, das aufgrund der Erschütterung eingestürzt war.

Damit wurde am frühen Donnerstagnachmittag noch eine Person vermisst, nach der seit mehreren Stunden im Schutt vor bzw. am fünfgeschoßigen Gebäude an der Ecke Preßgasse - Schäffergasse gegraben wird. Es wird befürchtet, dass sie von Trümmern verschüttet wurde.

Donnerstagmittag hatten die Einsatzkräfte bereits große Mengen an Schutt händisch abgetragen. Parallel dazu wurde technisches Gerät vorbereitet, um das Material wegzuschaffen. Am teileingestürzten Gebäude selbst begann die Feuerwehr damit, Geschoßdecken, die aufgrund der Explosion übereinanderzuliegen gekommen waren, von oben schrittweise abzutragen. Die Arbeiten am Gebäude würden so lange fortgeführt, bis dieses als gesichert gilt und nicht mehr einsturzgefährdet ist, teilte Feuerwehr-Sprecher Gerald Schimpf mit. Die Instandsetzungsarbeiten sollen dann sukzessive an Baufirmen vergeben werden.

Die unmittelbaren Nachbargebäude und angrenzende Häuser, an denen bedingt durch die heftige Detonation Schäden an der Bausubstanz und durch Glasbruch aufgetreten sind, sind nicht einsturzgefährdet, hieß es seitens der Feuerwehr. Die aus Sicherheitsgründen evakuierten Bewohner könnten „vermutlich in absehbarer Zeit in ihre Wohnungen zurückkehren“, hieß es an Ort und Stelle gegenüber der APA.

Da befürchtet werden muss, dass das Haus in der Preßgasse zur Gänze einstürzt, hat sich die Feuerwehr mittlerweile mit zusätzlichen Kräften verstärkt. Ein Kran mit Drehleiter wurde an den Unglücksort gebracht, die Feuerwehrmänner wurden mit Leinen gesichert, so dass sie - sollten während der Bergungsarbeiten Trümmer vom Dach oder der beschädigten Fassade fallen - rasch ins Freie gezogen werden können.

„Über die Ursache der Explosion können weiterhin keine Rückschlüsse gezogen werden, da die Beamten der zentralen Brandermittlung des LKA aufgrund noch nicht abgeschlossener Sicherungsmaßnahmen das Gebäude noch nicht betreten konnten“, berichtete Polizeisprecher Harald Sörös. An erster Stelle stehe vorerst die Suche nach möglichen weiteren Personen, „erst danach können die kriminalpolizeilichen Ermittlungsmaßnahmen gesetzt werden“. Auch eine Drohne der LPD Wien kam zum Einsatz, um sich ein Lagebild aus der Luft zu verschaffen.




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