Letztes Update am Do, 27.06.2019 19:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gasexplosions-Ursache unklar - Suche nach vermisster Person



Nach der verheerenden Gasexplosion an der Ecke Preßgasse - Schäffergasse in Wien-Wieden mit einer Toten ist am Donnerstag stundenlang nach einer möglicherweise verschütteten Person gesucht worden. Gefunden wurde niemand, nachdem in den Nachtstunden eine getötete 29-Jährige aus den Trümmern geborgen wurde. Die Ursachenklärung für die heftige Detonation konnte bisher nicht angegangen werden.

Wie Harald Sörös, der Sprecher der Wiener Landespolizei, auf APA-Anfrage erklärte, konnten die Brandermittler das teileingestürzte mehrgeschoßige Gebäude aus Sicherheitsgründen bisher nicht betreten. „Bevor der Schutt nicht weggeräumt ist, kommt man nicht rein“, sagte Sörös. Die Brandsachverständigen hätten bisher „nur reinschauen können“.

Zudem stürzten immer wieder Teile des Dachs und des Mauerwerks in die Tiefe, Schutt rutschte nach, was die Rettungs- und Sicherungsmaßnahmen der Wiener Berufsfeuerwehr erschwerte. Da zu befürchten war, dass das Haus einstürzt, wurden die Feuerwehrmänner mit Leinen gesichert, so dass sie - sollten während der Bergungsarbeiten Trümmer vom Dach oder der beschädigten Fassade krachen - rasch ins Freie gezogen werden können. Aus diesem Grund bekam eine Drohne vorerst keine Starterlaubnis, mit deren Hilfe Aufnahmen vom Inneren des schwer in Mitleidenschaft gezogenen Gemeindebaus erstellt hätten werden sollen. Die Drohne hätte die Einsatzkräfte behindert, womöglich gefährdet.

„Das Gebäude ist in einem instabilen Zustand. Die Feuerwehr bleibt jedenfalls so lange vor Ort, bis Klarheit über die vermisste Person herrscht und das Gebäude komplett abgesichert ist“, betonte Feuerwehr-Sprecher Gerald Schimpf. „Die Gefahr eines Folgeeinsturzes ist sehr groß“, fügte er hinzu. Einsturzgefährdete Teile wurden demnach gepölzt, Sachverständige waren in die Tätigkeiten eingebunden.

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Zur vermissten Person, die sich möglicherweise unter einem Schuttkegel befindet, machte Schimpf keine Angaben. Gesichert feststehen dürfte allerdings, dass eine konkrete Person abgängig ist. Donnerstagfrüh hatte es Anzeichen gegeben, dass sich in einem Hohlraum im Inneren eine Person befinden könnte, die keine Lebenszeichen gab. Dieser Bereich war mit Kameras abgesucht worden. Die Tote war zuvor unter Trümmern nahe der Fassade entdeckt worden.

Anrainer des zerstörten Hauses haben am späten Donnerstagnachmittag notwendigste Sachen aus ihren Wohnungen holen dürfen. Seit 18.00 Uhr durften Bewohner der nicht betroffenen Stiege zwei des Hauses an der Ecke Preßgasse - Schäffergasse sowie des Hauses gegenüber des zerstörten Gebäudes in ihre Wohnungen zurück.

Dabei wurden sie von Vertretern der Wiener Berufsfeuerwehr und der Akutbetreuung der Stadt Wien begleitet. Diese Gebäude bzw. Gebäudeteile waren nicht einsturzgefährdet, wie Feuerwehrsprecher Lukas Schauer darlegte. Die Bewohner sollten notwendigste Dinge wie Geld, Dokumente, Ausweise oder dringend benötigte Medikamente mitnehmen.

Zuvor nahmen Feuerwehr und Baupolizei Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen im Zuge einer Begehung vor. Unterdessen wurde für weitere Bergungs- und Sucharbeiten schweres Gerät herangezogen: Ein 50 Tonnen schwerer Bagger sollte große Häuserteile wegräumen und hatte am späten Nachmittag seine Arbeit aufgenommen. Abtransportiert wurden mittlerweile mehrere, teilweise schwer beschädigte Pkw. Sie waren im Unglücksbereich von herumfliegenden Trümmerteilen getroffen worden.

Unterdessen kümmerte sich speziell geschultes Personal um die Bewohner und Anrainer. Immer verließen Menschen mit Koffern oder Kisten die abgesperrte Zone. Einige äußerten auch zunehmend Unmut über die zahlreich anwesenden Medienvertreter und deren Dreharbeiten. Für sämtliche betroffene Bewohner der einsturzgefährdeten Wohnhausanlage wurden Ersatzquartiere organisiert.




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