Letztes Update am Fr, 28.06.2019 10:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Nur“ an 13 Messstationen eine Tropennacht



In der Nacht auf Freitag haben wohl vielen Menschen in Österreich besser geschlafen als in den Tagen davor. Denn wie erwartet war es im Großteil des Landes etwas kühler als in den Nächten davor. „Nur“ an 13 Messstationen registrierte die ZAMG eine Tropennacht (Tiefstwert nicht unter 20 Grad). In der Nacht auf Donnerstag gab es noch an 78 Orten eine Tropennacht.

Am wärmsten war die Nacht stellenweise im Westen und Süden Österreichs. In Bregenz lag der Tiefstwert bei 22,6 Grad Celsius, in Innsbruck bei 21,4 und in Klagenfurt bei 21 Grad.

In Wien war die Nacht um etwa fünf Grad kühler als zuletzt. Trotzdem reichte es an der ZAMG-Wetterstation Wien Innere Stadt mit einem Tiefstwert von 20,4 Grad knapp für eine Tropennacht. Das war hier die dreizehnte in diesem Juni und ist somit ein neuer Rekord für die Zahl der Tropennächte im Juni in Österreich. Der alte Rekord von zwölf Tropennächten in einem Juni war im Jahr 2003, ebenfalls in Wien Innere Stadt.

Hitzewellen werden in Zukunft die stärksten negativen Folgen des Klimawandels für die Gesundheit der Bevölkerung mit sich bringen. Das ist eine zentrale Aussage im kürzlich veröffentlichten Spezialbericht „Gesundheit, Demographie und Klimawandel“ des Forschungsverbunds „Austrian Panel on Climate Change“ (APCC).

Zum wachsenden gesundheitsgefährdenden Faktor wird die Hitze „sowohl wegen des kontinuierlichen Temperaturanstiegs im Sommerhalbjahr, der Zahl der Hitzetage und der Dauer der Hitzeereignisse als auch wegen der fehlenden nächtlichen Abkühlung“. Werde der Klimawandel nicht eingedämmt, dürfte sich die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius vermutlich verdoppeln, bis 2100 sei gar eine Verzehnfachung möglich.

Bei einem „moderaten Klimawandel“ müsse man in Österreich mit jährlich zumindest 400 Hitzetoten im Jahr 2030 und über 1.000 Fällen bis Mitte des Jahrhunderts rechnen. Betroffen wären vor allem ältere Menschen, deren Anteil an der Bevölkerung aufgrund der demographischen Entwicklung zunimmt, sowie städtische Gebiete, in denen es „zügig umgesetzter städteplanerischer Maßnahmen“ etwa zu Entschärfung von Hitzeinseln bedürfe.




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