Letztes Update am Fr, 28.06.2019 23:12

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Argentinien im Copa-Halbfinale gegen Brasilien



Im Halbfinale der Copa America kommt es zum Traumduell zwischen den Fußball-Erzrivalen Brasilien und Argentinien. Die Argentinier setzten sich am Freitagabend im Viertelfinale in Rio de Janeiro mit 2:0 gegen Venezuela durch. Im Maracana-Stadion von Rio brachte Lautaro Martinez den Favoriten schon in der zehnten Minute in Front. In der zweiten Halbzeit machte Giovani Lo Celso (75.) alles klar.

Gastgeber Brasilien hatte zuvor durch ein 4:3 (0:0) im Elfmeterschießen gegen Paraguay die Vorschlussrunde der Südamerikameisterschaft erreicht. Das Halbfinale wird am kommenden Dienstag angepfiffen. Damit hat Argentiniens Superstar Lionel Messi weiter die Chance auf seinen so ersehnten ersten internationalen Titel mit der „Albiceleste“.

Gastgeber Brasilien schlug Paraguay im Viertelfinale und steht erstmals seit zwölf Jahren wieder im Halbfinale der Südamerikameisterschaft. Die überlegene „Selecao“ tat sich aufgrund mangelnder Chancenverwertung und „absurd“ schlechter Platzverhältnisse in Porto Alegro aber schwer, der Aufstieg gelang nach torlosen 90 Minuten erst im Elfmeterschießen.

Manchester-City-Stürmer Gabriel Jesus schoss die Auswahl von Teamchef Tite mit dem entscheidenden Elfmeter weiter. Zuvor hatte der Gastgeber ab der 58. Minute nach einer Roten Karte in Überzahl gespielt. Paraguays Fabian Balbuena war Liverpool-Star Roberto Firmino an der Strafraumlinie in die Parade gefahren. Der Schiedsrichter zeigte zunächst auf den Elfmeterpunkt, nahm aber die Entscheidung nach Videobeweis wieder zurück. Den anschließenden Freistoß setzte Dani Alves neben das Tor.

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Danach und davor vergaben die Brasilianer einige gute Torchancen. In der Schlussminute hatte zudem Willian mit einem Fernschuss an die Stange Pech. Es blieb beim torlosen 0:0, eine Verlängerung wird bei der Copa erst ab dem Halbfinale gespielt. Liverpool-Goalie Alisson parierte gleich den ersten Versuch der Paraguayer, ein weiterer verschoss. Dass auch Firmino nicht traf, fiel letztlich nicht ins Gewicht.

Die Geschichte wiederholte sich nicht: Nach 2011 und 2015, als der Rekordweltmeister jeweils im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert war, bewiesen dieses Mal die Brasilianer die stärkeren Nerven. „Es war ein Remis, aber gegen ein Team, das nicht mitspielen, sondern nur auf Konter spielen wollte“, sagte Alisson. „Wir haben einen weiteren Schritt gemacht, zwei weitere sind noch notwendig, um unser Ziel zu erreichen.“ Im Semifinale könnte es zum Duell mit dem Erzrivalen Argentinien kommen, der in der Nacht auf Samstag auf Venezuela trifft.

Die Arbeit der Ballkünstler war erneut vom schlechten Rasen beeinträchtigt. „Es ist absurd, auf diesem Niveau auf Plätzen zu spielen, wo die Ballkontrolle schwierig ist“, sagte Brasiliens Teamchef Tite. „Die Spieler brauchten drei Berührungen, das ist verrückt.“ Mit seiner Kritik stand der Trainer nicht alleine da. Bereits zuvor monierten die Stars Lionel Messi (Argentinien), Luis Suarez (Uruguay) oder James Rodriguez (Kolumbien) das oft holprige Geläuf.

Argentiniens Coach Lionel Scaloni sah sich bestätigt. „Als ich mich beschwert habe, wurde ich kritisiert. Man sagte, ich würde Gründe für eine Entschuldigung suchen. Aber man kann einfach nicht auf solchen Plätzen spielen.“ Die Organisatoren wiesen die Kritik zurück. „Wir sehen flache Rasen, die ideal grasbewachsen sind“, sagte Thiago Jannuzzi, der Wettbewerbs-Manager bereits Anfang der Woche. „Die Plätze sind dem Turnier entsprechend.“

Neben dem Rasen fiel auch ein Teil der Heimfans negativ auf. Nach homophoben Sprechchören der Anhänger im Eröffnungsspiel gegen Bolivien wurde der brasilianische Verband zu einer Geldstrafe von 15.000 Dollar (rund 13.200 Euro) verurteilt.




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