Letztes Update am So, 30.06.2019 06:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Trump hält Treffen mit Nordkoreas Machthaber für möglich



US-Präsident Donald Trump hält ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un an der innerkoreanischen Grenze weiter für möglich. „Mir wurde gesagt, dass Kim Jong-un sich (mit mir) treffen möchte“, sagte Trump am Sonntag bei formellen Gesprächen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in in Seoul.

Beide Seiten seien dabei, die Details für ein „sehr kurzes Treffen“ auszuarbeiten. Vor dem Ausflug an die demilitarisierte Zone (DMZ) beriet sich Trump zunächst mit Moon über das weitere Vorgehen im Streit über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm.

Moon, der Trump an die DMZ begleiten wollte, begrüßte die Pläne für ein kurzes Treffen mit Kim als Ereignis von hoher Symbolkraft. Ein Treffen zwischen Trump und Kim wäre ein „bedeutender Meilenstein“, sagte Moon zum Auftakt seiner Gespräche mit Trump. Er könne fühlen, „dass die Blume des Friedens auf der koreanischen Halbinsel“ blühe.

Weder Moon noch Trump bestätigten, dass das Treffen mit Kim wirklich zustande kommt. Die Angelegenheit sei wegen Fragen der Logistik und der Sicherheit kompliziert, sagte Trump, der am Samstag nach seiner Teilnahme am G-20-Gipfel in Japan in Südkorea eingetroffen war.

Trump hatte Kim am Samstag von Osaka aus angeblich spontan über Twitter zu einem kurzen Treffen an der DMZ eingeladen. Die nordkoreanische Seite hatte den Vorschlag als „interessant“ bezeichnet. Die DMZ trennt Süd- und Nordkorea seit ihrem Bruderkrieg (1950-53) auf vier Kilometern Breite und etwa 250 Kilometern Länge.

Trump und Moon wollten Angaben des Weißen Hauses zufolge ihre Anstrengungen fortsetzen, eine vollkommen überprüfbare atomare Abrüstung Nordkoreas zu erreichen. Außerdem sollen die Beziehungen zwischen den USA und Südkorea gestärkt werden.

Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Jong-un im Februar in Vietnam gibt es keine Fortschritte im Atomstreit mit Nordkorea. Beide Seiten konnten in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Pjöngjangs und Gegenleistungen der USA keine Einigung erzielen. Von ihrem ersten Gipfel in Singapur im Jahr 2018 waren hoffnungsvolle Signale ausgegangen. Kim hatte seine Bereitschaft zu einer „kompletten Denuklearisierung“ bekräftigt. Doch gibt es bisher keine konkreten Zusagen, bis wann die kommunistische Führung in Pjöngjang ihr Atomwaffenarsenal abrüsten will.




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