Letztes Update am So, 30.06.2019 08:17

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Trump und Kim kommen zu historischem Treffen zusammen



US-Präsident Donald Trump ist am Sonntag in der entmilitarisierten Zone an der Grenze zwischen Nordkorea und Südkorea eingetroffen. Trump landete dort nach Angaben des Weißen Hauses um kurz nach 14.30 Uhr Ortszeit (7.30 Uhr MESZ) an Bord seines Regierungs-Hubschraubers Marine One. Er will sich anschließend an der Demarkationslinie mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un treffen.

Möglich erscheint auch, dass Trump als erster US-Präsident im Amt nordkoreanischen Boden betritt. Beide Länder unterhalten keine diplomatischen Beziehungen miteinander.

Trump ließ sich zunächst an der Seite von Südkoreas Präsident Moon Jae-in von einem Militärangehörigen die Grenze erklären. „Es ist ein anderer Ort geworden“, sagte Trump. Viel sei bereits erreicht worden. Der US-Präsident verwies darauf, dass in unmittelbarer Nähe der Grenze, die nur rund 50 Kilometer von der Metropole Seoul entfernt liegt, 35 Millionen Menschen von nordkoreanischen Waffen bedroht seien.

Nur rund eine Stunde vor dem spontanen Treffen hatte Trump in einer gemeinsamen Stellungnahme mit Moon gemeint: „Wir gehen zur entmilitarisierten Zone und wir werden uns mit dem Vorsitzenden Kim treffen“. „Gestern habe ich mir so gedacht: Hey, wir sind hier, lasst uns treffen“, sagte Trump. Dann habe er seine Twitter-Nachricht herausgegeben. „Nur Händeschütteln und Hallo sagen.“

In der Folge gab es eine hektische Last-Minute-Diplomatie, die offenbar zur Akzeptierung der Einladung seitens Nordkorea geführt hat. Trump betonte mehrmals sein gutes persönliches Verhältnis zu Kim, dem er bereits zweimal bei Gipfeltreffen in Singapur und Hanoi begegnet war.

Trump und Moon wollten Angaben des Weißen Hauses zufolge ihre Anstrengungen fortsetzen, eine vollkommen überprüfbare atomare Abrüstung Nordkoreas zu erreichen. Außerdem sollen die Beziehungen zwischen den USA und Südkorea gestärkt werden.

Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Jong-un im Februar in Vietnam gibt es keine Fortschritte im Atomstreit mit Nordkorea. Beide Seiten konnten in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Pjöngjangs und Gegenleistungen der USA keine Einigung erzielen. Von ihrem ersten Gipfel in Singapur im Jahr 2018 waren hoffnungsvolle Signale ausgegangen. Kim hatte seine Bereitschaft zu einer „kompletten Denuklearisierung“ bekräftigt. Doch gibt es bisher keine konkreten Zusagen, bis wann die kommunistische Führung in Pjöngjang ihr Atomwaffenarsenal abrüsten will.

Die entmilitarisierte Zone (DMZ) trennt Süd- und Nordkorea seit ihrem Bruderkrieg (1950-53) auf vier Kilometern Breite und etwa 250 Kilometern Länge.




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