Letztes Update am Mo, 01.07.2019 10:30

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ermittlungen nach tödlichem Lawinenabgang eingestellt



Nach einem tödlichen Lawinenabgang in St. Anton am Arlberg im Jänner, bei dem ein 16-jähriger Deutsch-Australier verschüttet worden war, sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen einen Ersthelfer eingestellt worden. Dies berichtete der ORF Tirol am Montag unter Berufung auf die Anklagebehörde.

Der Mann habe zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit die Lawine ausgelöst, hieß es in dem Bericht. Dem Retter könne aber kein Vorwurf gemacht werden. Er habe sich nach Ausführungen des alpintechnischen Sachverständigen in allen Punkten sach- und fachgerecht verhalten. Auch die anderen Retter hätten richtig gehandelt.

Die Eltern des Jugendlichen, die mit dem 16-Jährigen im freien Skiraum unterwegs waren, hatten in internationalen Medien erklärt, dass Pistenretter, die gerade zu ihnen abfahren wollten, die Lawine auslösten. Dies habe tragischerweise zum Tod ihres Sohnes geführt, so die Eltern, die sich aber bei den Helfern für ihre „besten Bemühungen“ bedankten, ihren Sohn zu retten.

Die Familie - der 58-jährige Vater, die 55-jährige Mutter und die beiden Söhne im Altern von 16 und 14 Jahren - war laut Polizei vom Gampen außerhalb des organisierten Skiraumes abgefahren und dabei in unwegsames, unverspurtes und sehr steiles Gelände geraten. Aufgrund des Geländes, ein steiles und enges V-Tal, und der großen Schneehöhe war ein Weiterkommen nicht mehr möglich, weshalb die Familie einen Notruf absetzte.

Witterungsbedingt sei eine Suche mit dem Hubschrauber nicht möglich gewesen, ebenso wenig sei es möglich gewesen, den Standort der Familie vom gesicherten Skiraum aus einzusehen, hieß es nunmehr seitens der Staatsanwaltschaft. Es sei daher notwendig gewesen, zu versuchen von einer Geländekante aus in das Tal einzusehen um die Gruppe orten zu können. Obwohl sich der Retter noch im flachen Gelände befand, sei durch seine Zusatzbelastung die Lawine ausgelöst worden.

Das Schneebrett hatte auch die 55-jährige Mutter erfasst. Sie konnte sich aber selbst aus den Schneemassen befreien und blieb unverletzt. Der 16-Jährige wurde von den rund vier Meter hohen Schneemassen komplett verschüttet.

Er konnte von den Helfern mit einer Sondierkette geortet werden und wurde nach etwa 20 bis 30 Minuten aus der Lawine in einer Tiefe von etwa zwei Metern nur noch tot geborgen. Das Opfer hatte keine Notfallausrüstung wie etwa ein Lawinenverschüttetensuchgerät bei sich. Da die Schneemassen den Steissbach im Bereich des Lawinenkegels leicht anstauten, lag der 16-Jährige nach Angaben der Exekutive zudem auch noch im Wasser.




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