Letztes Update am Di, 02.07.2019 12:25

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Freistetter will „aufgerissene Gräben“ überbrücken



Er wolle in Klagenfurt „aufgerissene Gräben überbrücken“ und einen Beitrag zu einer Versöhnung leisten. So umschrieb am Dienstag der von Rom als Administrator der Diözese Gurk-Klagenfurt eingesetzte Militärbischof Werner Freistetter seine Aufgabe. Eine Beurteilung der Causa Bischof Schwarz wollte er nicht vornehmen.

Er sei „in besonderer Weise auf das Vertrauen und die Erfahrung der Diözesanleitung angewiesen“, betonte Freistetter. Er habe auch ausführlich mit dem ehemaligen Administrator Engelbert Guggenberger gesprochen, man kenne einander ja auch schon lange persönlich gut. „Ich habe ihn auch gebeten, mir in der kommenden Zeit beratend zur Seite zu stehen.“ Auf die Frage, in welcher Form dies erfolgen soll, meinte Freistetter, das müsse noch geregelt werden. Gefragt, was Guggenberger denn nun sei, sagte er: „Er ist Dompropst.“

In den kommenden Wochen werde er seine Arbeit alternierend zwischen den beiden Diözesen aufteilen, Details müsse er erst mit seinem Generalvikar in Wiener Neustadt vereinbaren, so Freistetter. Wie seine Vertretung in Kärnten geregelt werde, sei ebenfalls noch nicht fix. Fest stehe aber, dass er den gesamten August in Kärnten verbringen werde.

Durch die Gespräche der vergangenen Tage sei ihm deutlich bewusst geworden, wie viele „Irritationen und auch Verletzungen Menschen erfahren mussten“. Er sehe es als Verpflichtung an, diese Menschen ernst zu nehmen, was aufklärungsbedürftig ist, ist mit aller gebotenen Sorgfalt aufzuklären. Wichtige Schritte zur Aufarbeitung seien aber bereits unternommen worden, sagte der Bischof. Er werde versuchen, einen Beitrag zu einer Versöhnung zu leisten. Er halte nichts davon, Dinge zuzudecken, meinte er, auf die Causa Schwarz angesprochen. Er sei aber kein zweiter Visitator und auch kein Untersuchungsrichter. Freistetter konzedierte, den Visitationsbericht von Erzbischof Franz Lackner zu kennen, welche Schlüsse Rom daraus ziehen werde, wisse er aber nicht. „Ich verstehe die Frustration, dass das so lange dauert.“ Es sei aber auch verständlich, dass Rom die Sache ganz genau prüfe.

Auf die Frage, warum Guggenberger als Diözesanadministrator abgesetzt worden sei, sagte Freistetter, das wisse er nicht. Er sei jedenfalls nicht dazu da, um zu bewerten, was der Diözesanadministrator gemacht habe. Die Situation in der Diözese Gurk nannte er eine „schwierige Geschichte“. Er maße sich nicht an, hier zu endgültigen Lösungen zu kommen, seine Aufgabe sei es, dem neuen Bischof in Kärnten den Boden zu bereiten.

Wer dies sein wird, darüber wird allenthalben spekuliert. „Die Presse“ meldete am Dienstag, dass Peter Schipka, Generalsekretär der Bischofskonferenz, und der Kärntner Caritasdirektor Josef Marketz Favoriten für den Bischofssitz sein sollen. Im Herbst soll die Entscheidung fallen.




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