Letztes Update am Di, 02.07.2019 20:10

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


26 Kandidaten für 14 grüne Bundeslistenplätze



Die Grünen schließen am Samstag ihre Listenerstellung für die Nationalratswahl ab. Gewählt werden 14 Bundeslistenplätze, für die sich 26 Personen bewerben. Alleinanwärter auf die Spitzenkandidatur ist Bundessprecher Werner Kogler. Für die Plätze dahinter treten arrivierte Personen an, aber auch prominente Neueinsteigerinnen wie Madeleine Alizadeh, besser bekannt als Bloggerin „Dariadaria“.

Bereits bekannt ist, dass Global-2000-Chefin Leonore Gewessler, die Journalistin Sibylle Hamann und die bisherige Liste-JETZT-Mandatarin Alma Zadic beim Bundeskongress einen aussichtsreichen Listenplatz wollen. Die scheidende Rektorin der Akademie der bildenden Künste, Eva Blimlinger, bewirbt sich ebenfalls um ein Bundeslistenmandat. Sie steht auch auf der Wiener Landesliste. Auch Fremdenrechtsspezialist Georg Bürstmayr sowie Roger Hackstock vom Verband Austria Solar treten an.

Unter den Bewerbern finden sich auch einige ehemalige grüne Nationalrats-Mandatarinnen, nämlich Berivan Aslan, Helene Jarmer, Alev Korun sowie Ex-Bundessprecherin Madeleine Petrovic. Auch Ex-EU-Parlamentarier treten an, konkret Michel Reimon und Thomas Waitz.

Bis zu welcher Stelle die aussichtsreichen Bundeslistenplätze bei den Grünen reichen, ist schwer zu sagen, weil viele der Kandidatinnen und Kandidaten auch auf Landes- und Regionalwahlkreisebene antreten und im Fall des Wahlerfolgs primär diese Mandate annehmen würden. Bei vergangenen Wahlen war man daher von aussichtsreichen Positionen auf der Bundesliste bis Platz 9 oder sogar Platz 11 ausgegangen.

Hamann kündigte am Dienstagvormittag an, ihre freiberufliche Tätigkeit für die Tageszeitung „Die Presse“ und die Wochenzeitung „Falter“ beenden zu wollen. Bundessprecher Werner Kogler sieht in Hamann eine „kompetente“ und „profilierte“ Person.

Die Entscheidung spreche auch für den Kurs der Grünen, nach deren Ausscheiden aus dem Nationalrat bei der vergangenen Wahl: eine Mischung aus bewährten Kräften, neuen Mitgliedern und „Menschen, die von außen kommen“, so Kogler. Es sei auch - wie im Falle von Hamann - nicht notwendig, Mitglied der Grünen zu sein, sondern eher, deren Anliegen zu vertreten.

Der Ruf sei vom oberösterreichischen Landesrat Rudi Anschober via SMS gekommen, berichtete Hamann selbst - dies just zu jener Zeit, in der sie über einen Wechsel in die Politik nachgedacht habe. Ob die Quereinsteigerin tatsächliche einen Platz auf der grünen Bundesliste bekommt, soll sich aber erst beim Bundeskongress am Samstag entscheiden. Kogler habe ihr zumindest einen „vorderen“ Platz in Aussicht gestellt.

Als politische Anliegen nannte Hamann die Bereiche Geschlechtergerechtigkeit, Pflege, Bildung, Integration und den Fokus auf weltweite Entwicklungen. So will die Feministin Frauenrechte „mit Zähnen und Klauen verteidigen“. In der Integrationspolitik sei durch Türkis-Blau viel Porzellan zerschlagen worden, wobei die Kandidaten-Anwärterin laut eigener Aussage auch nichts idealisieren will. Konkrete politische Vorschläge blieb sie aber noch schuldig.

Die Behörden mussten indes den Entzug des Waffenpasses des früheren Grün- und ÖVP-Mandatar Efgani Dönmez prüfen. Er trägt nicht nur ein Klappmesser bei sich, sondern offenbar bis vor kurzem auch eine Pistole. Diese sei ihm im Urlaub gestohlen worden, gab er der Polizei bekannt, berichteten die „Oberösterreichischen Nachrichten“ am Dienstag. Der Pass berechtigt zum Tragen der Waffe.

Passiert sein soll der Diebstahl vor drei Wochen in Italien. Den Verlust der Waffe habe Dönmez der Polizei freiwillig gemeldet, hieß es gegenüber den OÖN aus der Landespolizeidirektion Oberösterreich. Laut den Angaben des fraktionslosen Abgeordneten wurde in sein Auto eingebrochen, in dem sich die Pistole befunden hatte. Dönmez gab nach dem Diebstahl bei der Behörde den Waffenpass zurück. Durch die Rückgabe nach dem Diebstahl seiner Pistole sei der Verzicht auf den Waffenpass bereits rechtsgültig, stellte Polizeisprecher David Furtner Dienstagabend klar, was eine weitere Prüfung unnötig werden ließ, berichteten die „Oberösterreichischen Nachrichten“. Die gestohlene Waffe sei zur Fahndung ausgeschrieben worden.




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