Letztes Update am Do, 04.07.2019 10:16

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tausende Besucher beim 40. Jazzfestival Saalfelden erwartet



Begonnen hat es in einer „Ranch“, mittlerweile gehört das Jazzfestival Saalfelden zu den wichtigsten Veranstaltungen seiner Art und zieht jährlich Tausende Besucher aus ganz Europa an. Von 21. bis 25. August steigt die 40. Ausgabe der renommierten Veranstaltung, die sich unter der Intendanz von Mario Steidl zusehends der Förderung junger Talente sowie der Suche nach neuen Sounds verschrieben hat.

Dabei zeigen sich die Veranstalter anlässlich des Jubiläums eigentlich ziemlich befreit von nostalgischen Gefühlen. Mit neuen DJ-Lines, Locations und einem stark erweiterten Konzertprogramm wird vielmehr in die Zukunft geblickt. Dabei hat das Jazzfestival natürlich eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach den ersten Ausgaben in der „Ranch“ und einer Etablierung des musikalischen Hochleistungssports in der Pinzgauer Bergwelt übersiedelte man in den Ortsteil Ramseiden, wo fortan ein großes Festzelt alljährlich zur Spielstätte wurde.

Ein prägender Name jener Jahre war auch der 2015 verstorbene Langzeitorganisator Gerhard Eder, der später etwa die Reihe „Jazz and the City“ in der Stadt Salzburg mitverantwortete. In Saalfelden gelangen ihm und dem Team etliche Highlights, unter der Ägide Eders stand das Festival aber auch kurz vor dem Aus. 2004 wurde schließlich das neue Organisationsteam um Steidl und Michaela Mayr aufgebaut. Das Festival wanderte vom Festzelt in den Congress, das Rahmenprogramm wurde ausgebaut, und die Konsolidierung gelang.

Seit Jänner 2016 gibt es auch eine kleine Reminiszenz an früher: Der Winter-Ableger „3 Tage Jazz“ hat sich den Namen der ersten Ausgaben zu eigen gemacht und bespielt neben dem Kunsthaus Nexus in Saalfelden auch das Leoganger Bergbau- und Gotikmuseum. Seit einigen Jahren gehören auch die umliegenden Almen zu den möglichen Spielorten, und neben Schloss Museum Ritzen, Buchhandlungen und dem Platz vor dem Congress werden heuer zudem das leer stehende Bezirksgericht, eine Buchbinderei und der städtische Park zum Klingen gebracht.

Wolfgang Hartl, Obmann des veranstaltenden Vereins Zentrum Zeitgenössische Musik, erinnert sich noch gern zurück an die vielen Highlights, die es in Saalfelden zu erleben gab. „Außer Miles Davis war jeder hier, der in der Jazzgeschichte Rang und Namen hat“, verriet er der APA. Sein persönlicher Favorit: Ein Auftritt von Michel Petrucciani und Charles Lloyd im Jahr 1987. „4.500 Leute saßen damals im Zelt, und du hast nichts gehört!“, beschrieb er die ehrfürchtige Stimmung. „Wie sie gespielt haben, war ein Traum. Jedem ist es kalt den Rücken runtergelaufen.“

Heuer werden es Namen wie Manu Mayr, Lukas König oder Maja Osojnik sein, die dem Festival ihren Stempel aufdrücken. Ersterer ist gemeinsam mit Susanna Gartmayer für die Eröffnung im Congress mit einer Auftragsarbeit betraut worden, König und Osojnik wiederum sind „Artists in Residence“ und werden gleich mehrfach in Erscheinung treten. „Das wollen wir jedes Jahr beibehalten: Künstler, die sich in Saalfelden umschauen und überlegen können, wo sie gerne etwas machen möchten“, erklärte Steidl. Hier kommt letztlich ein wichtiger Bestandteil des Festivals zum Tragen: „Es ist unsere Verantwortung, dass wir österreichischer Musik eine Plattform geben.“




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