Letztes Update am Do, 04.07.2019 10:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Papst Franziskus empfängt Putin zum dritten Mal im Vatikan



Papst Franziskus empfängt am Donnerstagnachmittag den russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin zu einer Audienz im Vatikan. Es ist bereits das dritte Treffen zwischen Franziskus und dem Kreml-Chef. 2013 und 2015 gab es ebenfalls Audienzen für Putin. Neben dem Papst trifft Putin auch Italiens Regierungschef Giuseppe Conte.

Vor den Treffen hob Putin die engen Beziehungen zur rechten Regierungspartei Lega um Innenminister Matteo Salvini hervor. „Unsere Standpunkte sind übereinstimmend. Salvini kennt die russische Realität gut“, sagte Putin in einem Interview. Die Kontakte zwischen der Lega und seiner Partei „Einiges Russland“ seien konstant. Er habe mit Salvini über die Beziehungen zwischen Russland und der EU gesprochen, sagte Putin im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“.

Zugleich unterhält Putin weiterhin freundschaftliche Beziehungen zu Ex-Premier Silvio Berlusconi. „Silvio ist ein Politiker von Weltformat, ein wahrer Leader, der die Interessen seines Landes auf dem internationalen Parkett fördert“, sagte Putin. Berlusconi habe sich stark für die Entwicklung guter Beziehungen zu Russland engagiert.

Salvinis Lega, die seit Juni 2018 in einer Koalition mit der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung in Rom regiert, hat ebenso wie die FPÖ eine Kooperationsvereinbarung mit Putins Partei Einiges Russland abgeschlossen. Salvini, der sich gegen die EU-Sanktionen gegen Russland ausspricht, hat auch bereits mehrmals Moskau besucht.

Das letzte Treffen zwischen dem Pontifex und dem Kreml-Chef war besonders brisant - wegen des Ukraine-Konflikts, den Papst Franziskus immer wieder anprangert. Bei dem Treffen vor vier Jahren sparte der Argentinier nicht mit klaren Worten und Zeichen, mit denen er Frieden forderte. Dennoch hatten Staatsmedien in Moskau die Zusammenkunft als Coup des Kreml in Krisenzeiten mit dem Westen bezeichnet.

Zur Sprache kamen bei vergangenen Treffen auch der Krieg in Syrien und die Christenverfolgung in dem Land sowie die Beziehungen zwischen katholischer und orthodoxer Kirche. Immer wieder wird spekuliert, dass Franziskus Russland besuchen will. Doch die russisch-orthodoxe und die katholische Kirche sind gespalten – daher war noch nie ein Papst in dem Land.




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