Letztes Update am Do, 04.07.2019 11:28

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aufnahme des Donaulimes in Welterbeliste wackelt



Die Nominierung des Donaulimes in die Welterbeliste der UNESCO wackelt. Wie es am Donnerstag seitens der Österreichischen UNESCO-Kommission hieß, ist die Aufnahme wegen „kurzfristiger Änderungen Ungarns nun unsicher“. Das Welterbekomitee der UNESCO tagt noch bis zum 10. Juli in Baku in Aserbaidschan. Der Antrag zur Aufnahme des Donaulimes kam von Österreich, Deutschland, Slowakei und Ungarn.

Aus einem kürzlich erfolgten Schreiben der ungarischen Regierung an das Welterbezentrum in Paris gehe demnach hervor, dass ein „component part“ des antiken Aquincum in Budapest aus der Welterbenominierung zurückgezogen werden soll. In Baku würden derzeit Gespräche mit Ungarn und allen Beteiligten geführt, um offene Fragen zu klären und eine entsprechende Lösung „im Sinne der beteiligten Staaten sowie der Welterbekonvention zu finden“. Die finale Entscheidung des Welterbekomitees wird für 6. Juli erwartet.

Insgesamt besteht die nominierte Welterbestätte entlang der Donau aus 98 Komponenten, von denen einige wiederum aus mehreren Teilkomponenten zusammengesetzt sind. Beim „Limes“ handelt es sich um die Außengrenze des antiken römischen Reiches beziehungsweise um das zur Sicherung dieser Grenze errichtetem System an Befestigungsanlagen. Der Limes erstreckte sich von Großbritannien über Mittel- und Osteuropa und den Nahen Osten bis nach Nordafrika. Österreich ist mit 22 Teilkomponenten an dieser Welterbestätte vertreten, darunter etwa Teile Carnuntums, die Kleinkastelle in Ybbs, Zeiselmauer (NÖ) oder Oberranna (OÖ).




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