Letztes Update am Do, 04.07.2019 11:42

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Deutliche Warnung“ für Touristen nach Stromboli-Explosion



Nach der Explosion des Vulkans Stromboli auf der gleichnamigen süditalienischen Insel, bei der am Mittwoch ein Sizilianer ums Leben gekommen ist und mehrere Personen verletzt wurden, hat die Geologische Bundesanstalt in Wien eine „deutliche Warnung“ für Touristen ausgesprochen. „Die weitere Entwicklung ist mit aktuellem Kenntnisstand vollkommen unvorhersehbar“, sagte deren Leiter Robert Supper.

An der Geologischen Bundesanstalt, die langjährige Untersuchungsprojekte rund um diesen „aktivsten Vulkan Europas“ durchführte, vernahm man die Nachricht der Explosion mit Besorgnis: Der Stromboli ist aufgrund seiner laufenden kleinen und weitgehend ungefährlichen Ausbrüche eine beliebte Destination. „Eine derart große Eruption ist bei einem solchen Vulkan jedoch ein Alarmzeichen, es droht unmittelbare Gefahr durch Lava, Gesteinsbrocken oder Asche - bis hin zu dadurch ausgelösten möglichen Tsunamis“, warnte die Bundesanstalt.

Zwar ist der sich gerade bietende Anblick spektakulär, doch „allein schon zum eigenen Wohl sollte niemand die Gefahrenzone um den Vulkan betreten und die Sicherheitshinweise der Behörde vor Ort beachten“, betonte Supper, der in den vergangenen Jahren selbst aerogeophysikalische Forschungen mit einem Hubschrauber am Stromboli leitete und mit den italienischen Kollegen vernetzt ist. Man müsse sich auch der Verantwortung bewusst sein, dass man durch seine Anwesenheit auch Rettungskräfte in sehr große Gefahr bringt.

Grundlagenforschung sei essenziell für das Verständnis, wieso sich Eruptionen ereignen. „Die Entwicklung von Frühwarnsystemen kann hoffentlich in Zukunft Schlimmes verhindern. Bis dahin ist es aber noch weiter Weg“, berichtete der Experte. Der Ausbruch zeige, wie wichtig nachhaltige Investitionen in die geowissenschaftliche Forschung wären.




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