Letztes Update am So, 07.07.2019 08:56

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA: Wesentliche Fortschritte bei Afghanistan-Gesprächen



Die USA haben nach sechs Verhandlungstagen mit Vertretern der radikalislamischen Taliban über Wege zum Frieden in Afghanistan von wesentlichen Fortschritten berichtet. Das Treffen in den vergangenen Tagen sei die bisher produktivste Sitzung gewesen, teilte der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, am Samstagabend über Twitter mit.

Substanzielle Fortschritte seien in allen vier Punkten erzielt worden, über die die USA und die Taliban sprechen: Abzug der Truppen, Zusicherungen zur Terrorismusbekämpfung, Teilnahme der Taliban an innerafghanischen Gesprächen sowie eine Waffenruhe.

Die USA sprechen seit Juli des vergangenen Jahres mit Vertretern der Taliban über eine politische Beilegung des seit fast 18 Jahren dauernden Konflikts. Die aktuell laufende siebente Gesprächsrunde mit Khalilzad hatte am 29. Juni begonnen. Sie war ursprünglich nur für drei Tage angesetzt. Laut Khalilzad sollten die Gespräche am Sonntag und Montag pausieren, da in Doha ab Sonntag lange erwartete innerafghanische Gespräche stattfinden.

Bei der von Deutschland und Katar ausgerichteten „innerafghanischen Dialogkonferenz“ sprechen rund 60 Afghanen über Wege zum Frieden - Vertreter der Taliban sowie Afghanen aus Politik, Gesellschaft und verschiedenen Regionen des Landes. Alle Eingeladenen nehmen an der „informellen Diskussion“ als Privatpersonen teil. Das ist notwendig, da die Taliban sich weigern, mit Vertretern der Regierung in Kabul zu sprechen, die sie als Marionette des Westens sehen.

Khalilzad zufolge ist bei den USA-Taliban-Gesprächen weiterhin wichtige Arbeit zu leisten, bevor man zu einer Übereinkunft komme. Der Sprecher des politischen Büros der Taliban, Sohail Shaheen, schrieb auf Twitter, man sei mit der Entwicklung der Verhandlungen zufrieden und hoffe, dass auch die verbleibende Arbeit abgeschlossen werden könne.

Ungeachtet der laufenden Gespräche über Wege zum Frieden in Afghanistan dauert die Gewalt im Land weiter an. Knapp drei Stunden vor Beginn der „innerafghanischen Dialogkonferenz“ sind bei der Explosion einer Autobombe in der südostafghanischen Provinzhauptstadt Gazni mindestens sechs Menschen getötet worden.

Unter den Getöteten seien zwei Sicherheitskräfte und vier Zivilisten, teilte das Pressebüro des Provinzgouverneurs von Gazni am Sonntag mit. Die Autobombe sei in der Nähe einer Einrichtung des Geheimdienstes NDS detoniert, hieß es weiter. Weitere mindestens 96 Personen, zum Großteil Zivilisten, seien verwundet worden. Man befürchte, dass die Opferzahl noch steige. Die radikalislamischen Taliban reklamierten den Anschlag für sich.




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