Letztes Update am Mo, 08.07.2019 03:22

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Guaidó plant Wiederaufnahme von Dialog mit Maduro-Regierung



Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó hat eine Wiederaufnahme des Dialogs mit der Regierung von Staatschef Nicolás Maduro angekündigt. Der selbsternannte Übergangspräsident erklärte am Sonntag, bei einem Treffen auf der Karibikinsel Barbados solle über einen „Ausweg aus der Diktatur“ gesprochen werden.

Ziel seien ein Abgang Maduros, die Bildung einer Übergangsregierung und freie Wahlen unter internationaler Beobachtung. Ein Datum für das Treffen auf Barbados nannte Guaidó nicht.

Venezuelas Kommunikationsminister Jorge Rodríguez bestätigte das geplante Treffen indirekt, indem er ein Bild einer Erklärung des norwegischen Außenministeriums veröffentlichte. Darin heißt es, die beide Konfliktparteien würden sich „diese Woche“ auf Barbados treffen, um bei der „Suche nach einer ausgehandelten und verfassungskonformen Lösung“ voranzukommen.

Norwegen war im Mai Gastgeber von ersten Verhandlungen zwischen Vertretern der venezolanischen Regierung und der Opposition. Die Gespräche waren aber ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen.

Nach dem Tod eines wegen angeblicher Putschpläne inhaftierten Marineoffiziers Ende Juni schloss Guaidó dann weitere Gespräche mit der Regierung aus. Nach seinen Angaben war der Korvettenkapitän Rafael Acosta Arévalo „brutal gefoltert“ worden, bevor er starb.

Präsident Maduro und Oppositionsführer Guaidó liefern sich seit Monaten einen erbitterten Machtkampf in dem südamerikanischen Krisenstaat. Guaidó ernannte sich im Januar selbst zum Übergangspräsidenten des Landes ernannt. Er wird von mehr als 50 Staaten anerkannt, unter ihnen Österreich und die USA. Maduro hat dagegen den Rückhalt von Ländern wie Russland - und weiß die venezolanische Militärführung hinter sich.

Neben der politischen Krise leidet Venezuela auch unter eine beispiellosen wirtschaftlichen Krise. Es fehlt an Lebensmitteln und Medikamenten, immer wieder kommt es zu Stromausfällen.

Nach Angaben eines oppositionellen Abgeordneten kam es am Wochenende zu einem Stromausfall im größten Raffinerie-Komplex des Landes auf der nordvenezolanischen Halbinsel Paraguaná. Die Nationalgarde und der Inlandsgeheimdienst Sebin hätten die Zugänge zu den beiden betroffenen Raffinerien abgesperrt, sagte der Abgeordnete Luis Stefanelli.




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