Letztes Update am Di, 09.07.2019 15:33

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bombendrohung und Schusswechsel in Tirol: Mann in U-Haft



Nach einer Bombendrohung am vergangenen Mittwochabend in einem Fast-Food-Restaurant in der Innsbrucker Altstadt und einem darauffolgenden Schusswechsel in der Wildschönau im Tiroler Unterland ist über den 55-jährigen Tatverdächtigen die Untersuchungshaft verhängt worden. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck bestätigte der APA einen entsprechenden Bericht der „Tiroler Tageszeitung“.

Gegen den gebürtigen Kärntner, der nach wie vor in der Innsbrucker Klinik behandelt wird und dabei unter Bewachung steht, wird wegen gefährlicher Drohung und versuchtem Widerstand gegen die Staatsgewalt ermittelt. Geprüft wird laut Anklagebehörde aber auch das Verhalten der Polizisten, die den Beschuldigten beim Schusswechsel schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzten. Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft handelt es sich um ein Standardverfahren, das immer dann zur Anwendung kommt, wenn jemand durch Gewaltanwendung bei einem Polizeieinsatz verletzt wird.

Das Motiv des Verdächtigen blieb indes noch unklar. Der Mann schwieg bisher bei den Vernehmungen.

Am Mittwochabend war bei der Leitstelle Kufstein ein Drohanruf eingegangen. Der Anrufer erzählte, dass er in einem Fast-Food-Restaurant in der Innsbrucker Altstadt eine Bombe platziert hatte, die bald detonieren werde. Der Anrufer gab zudem an, dass er zwei Geiseln habe, wobei er einer davon bereits in den Kopf geschossen habe. Das Lokal und auch die Wohnungen darüber wurden daraufhin sofort evakuiert und der Bereich großräumig abgesperrt.

In der Zwischenzeit konnte man den Anrufer mittels Handypeilung in der Unterländer Gemeinde Wildschönau orten. An einer Tankstelle im Ortsteil Niederau wollte die Polizei den 55-Jährigen, der alkoholisiert gewesen sein dürfte, schließlich stellen. Die Beamten forderten den Mann auf, seine Hände herzuzeigen, woraufhin der Verdächtige eine Waffe zog und das Feuer eröffnete. Die Polizisten schossen daraufhin zurück und trafen den Mann zwei Mal. Wie sich später herausstellte, war die Waffe des Tatverdächtigen eine CO2-Pistole, die aber täuschend echt aussah.

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Bombe bzw. Sprengstoff wurde indes nicht gefunden. Sie waren - ebenso wie die angeblichen Geiseln - offensichtlich eine Erfindung des Verdächtigen. Der Beschuldigte sei unter anderem wegen mehrerer Gewaltdelikte bereits polizeibekannt gewesen, hieß es. Gegen ihn besteht außerdem ein aufrechtes Waffenverbot, er hätte also auch die CO2-Pistole nicht besitzen dürfen.




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