Letztes Update am Di, 09.07.2019 18:25

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rassismus-Vorwurf: Kamasi Washington brach Arena-Konzert ab



Nach der Konzertabsage des afroamerikanischen Jazzmusikers Kamasi Washington am Montag hat sich die Arena Wien am Dienstag in einem Statement entschuldigt. Der Künstler hatte seinen Auftritt kurzfristig abgesagt, nachdem sein Vater mit einem Security-Mitarbeiter in Streit geraten war. Man werde nun mit den betroffenen Mitarbeitern Gespräche führen, hieß es vonseiten der Arena zur APA.

Der Vorwurf des Rassismus habe vonseiten Washingtons aber zu keiner Zeit im Raum gestanden, wird zugleich betont. Die Situation zwischen Washingtons Vater und dem Security-Mitarbeiter sei einfach eskaliert. Aber natürlich sei allgemein struktureller Rassismus ein Problem und man selbst auch als sich klar antifaschistisch positionierender Verein nicht gegen Vorwürfe gefeit, mit rassistischen Motiven zu agieren. „Die Vorfälle sind für uns sehr bedauerlich. Für uns zählt die Aufarbeitung des Vorfalls. Besonders intern. Als Verein ist uns die kritische Selbstreflexion dabei sehr wichtig.“

So habe der Vater des Musikers die Halle kurz nach 19.00 Uhr über den Publikumszugang betreten wollen, wobei ihm der Securitymitarbeiter den Einlass verwehrte, da er keinen Pass, Ausweis oder eine Zutrittsberechtigung vorweisen konnte. „Darauf hat dieser sehr aufbrausend reagiert und den Mitarbeiter an der Tür angeschrien und mit Beschimpfungen a la ‚stupid punk ass bitch‘ betitelt“, wie es seitens der Arena heißt: „Der Security kann nicht jede*n Musiker*in bzw. jedes Tourmitglied kennen oder erkennen.“ Am Ende sei es „zu einem gegenseitigen Anrempeln zwischen Kamasi Washingtons Vater und einem Arena-Security-Mitarbeiter“ gekommen.

In der folgenden Diskussion zwischen Washington, dem Tourmanager, sowie Verantwortlichen seitens des Veranstalters „Barracuda Music“ und der Arena Wien habe der Vater gemeint, dass er eine Entschuldigung seitens des Securitys erwarte und dass er bei dieser bereit wäre, den Vorfall abzuhaken. Kamasi Washington habe zudem verlangt, dass der betreffende Security-Mitarbeiter des Geländes verwiesen werden solle. „Es folgte eine Entschuldigung des Security-Mitarbeiters und nach einer kurzen Dienstbesprechung hat der Mitarbeiter das Gelände verlassen“, so die Arena.

Dennoch führte das Geschehen dazu, dass die Band den geplanten Auftritt nicht mehr spielen wollte und nach einer kurzen Erklärung auf der Bühne nur einen Song intonierte. Allerdings fordere die Gruppe nun die gesamte Gage, hieß es vonseiten der Arena gegenüber der APA, worüber nun auch gesprochen werde. Die Eintrittsgelder würden jedenfalls rückerstattet und der Barumsatz des Abends an eine wohltätige Organisation gespendet.




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