Letztes Update am Di, 09.07.2019 18:49

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zwei Siege noch zum Rekord: Williams im Wimbledon-Halbfinale



Zwei Siege trennen Serena Williams noch von einem weiteren schillernden Kapitel ihrer grandiosen Tennis-Karriere. Mit dem umkämpften 6:4,4:6,6:3 im US-Duell mit Alison Riske hat die 37-Jährige am Dienstag den nächsten Halbfinaleinzug in Wimbledon geschafft. Dort trifft Williams am Donnerstag auf die Tschechin Barbora Strycova, die die Britin Johanna Konta mit 7:6(5),6:1eliminierte.

Im anderen Halbfinale trifft die Rumänin Simona Halep auf die Ukrainerin Elina Svitolina. Die frühere Weltranglisten-Erste Halep setzte sich gegen die Chinesin Zhang Shuai 7:6(4),6:1 durch und steht zum zweiten Mal im Wimbledon-Halbfinale. Svitolina besiegte die Tschechin Karolina Muchova 7:5,6:4 und zog erstmals in die Vorschlussrunde eines Grand-Slam-Turniers ein.

„Ich war wirklich motiviert. Es ging um einen Platz im Semifinale von Wimbledon. Das passiert nicht jeden Tag“, sagte Williams. Mit dem achten Wimbledon-Triumph würde sie nicht nur Steffi Graf (sieben Wimbledonsiege) abhängen, sondern auch den Rekord der Australierin Margaret Court mit 24 Grand-Slam-Titeln einstellen.

Die Bestmarke ist eines der Ziele, das die junge Mutter antreibt. Nach zuletzt schwächeren Resultaten, Knieproblemen, einem Drittrunden-Aus bei den French Open und nur fünf Turnier-Teilnahmen in dieser Saison vor Wimbledon schien ihr die Zeit langsam davon zu laufen. „Ich habe definitiv mehr Druck gespürt, je älter ich geworden bin“, sagte Williams. Jetzt habe sie das Gefühl, dass sie so alt sei, dass der Druck wieder weniger werde. Sie fühle sich so gut und fit wie seit Monaten nicht mehr.

Ein Jahr nach dem verlorenen Wimbledon-Endspiel gegen die Deutsche Angelique Kerber scheinen die Chancen für Williams auf dem grünen Rasen, auf dem sie allein mit ihrem Aufschlag viele schnelle Punkte gewinnen kann, äußerst vielversprechend. Von den ersten sechs der Setzliste hatte es keine in die Runde der besten Acht geschafft. Die Damen-Organisation WTA rechnete vor, dass Williams im All England Club mehr Siege geholt hat als alle anderen Viertelfinalistinnen zusammen.

Gegen Riske halfen ihr während der Seitenwechsel auch ihre Notizen, um die Konzentration zu bewahren. Die Weltranglisten-55. Riske hatte im Achtelfinale die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty überrascht. Und auch gegen die 72-fache Turniersiegerin Williams begann die 29-Jährige bei ihrem ersten Auftritt in einem Grand-Slam-Viertelfinale zunächst besser.

Dass die bald 38-jährige Williams nicht die Fitness mancher Konkurrentinnen hat, machte sich zwar auch im Viertelfinale bemerkbar. Doch es gibt auch die Momente, in denen sie brilliert, allein mit ihrer Power oder dem Gespür für die Situation. „Ich bin wirklich zufrieden. Ich bin glücklich, dass ich durchgekommen bin“, sagte Williams und zollte ihrer Gegnerin Respekt: „Sie war so nah dran, auch heute zu gewinnen.“

Indes kam im Doppel-Wettbewerb der Herren erstmals die neue Tiebreak-Regelung im entscheidenden Satz zur Anwendung. Im Achtelfinale am Dienstag besiegten Henri Kontinen/John Peers (FIN/AUS) Rajeev Ram/Joe Salisbury (USA/GBR) mit 7:6(2),6:4,3:6,4:6,13:12(2). Dank der neuen Regel wird bei dem Rasenturnier in London im entscheidenden Durchgang bei einem Stand von 12:12 nicht mehr weitergespielt, bis einer - wie bisher - zwei Spiele Vorsprung hat. Stattdessen kommt es sofort zum Tiebreak.

Im vergangenen Jahr in Wimbledon hatten sich der Südafrikaner Kevin Anderson und der US-Amerikaner John Isner das zweitlängste Wimbledon-Match in der Geschichte geliefert. Anderson gewann erst nach 6:36 Stunden mit 26:24 im fünften Satz. 2010 endete das Match zwischen Isner und dem Franzosen Nicolas Mahut nach drei Tagen und einer Spielzeit von mehr als elf Stunden mit 70:68 im fünften Durchgang.




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