Letztes Update am Mi, 10.07.2019 16:22

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Belgier Hermans nach Glocknersieg Ö-Tour-Führender



Der Belgier Ben Hermans hat auf der Glockneretappe den längsten Atem gehabt. Der Vorjahressieger der Österreich-Radrundfahrt triumphierte am Mittwoch auf der 4. Etappe der 71. Auflage bei der Bergankunft beim Fuscher Törl und übernahm als Glocknerkönig auch die Gesamtführung. Riccardo Zoidl bleibt nach einem sechsten Platz die leise Hoffnung auf einen Podestplatz.

Hermans hatte im 13,2 km langen Schlussanstieg im Ausscheidungsrennen gegen die Profis der WorldTour-Teams das bessere Ende für sich. Der Kolumbianer Winner Anacona (Team Movistar) attackierte mehrfach, doch der 33-jährige Hermans hielt in den Kehren bis zum Ziel in 2.428 m Höhe stets dagegen. Am Ende setzte er sich fünf Sekunden vor dem Australier Ben O‘Connor durch. Ex-Vuelta-Etappensieger Anacona lag als Dritter acht Sekunden zurück.

Für den Fahrer des Teams Israel Cycling Academy war es ein wichtiger Erfolg nach einer langen Durststrecke wegen einer beim Fleche Wallonne Ende April erlittenen Knieverletzung. „Ich hatte einen Kilometer vor dem Ziel Probleme und wollte den Sieg schon O‘Connor überlassen. Doch dann ist er explodiert und ich habe die Chance mit beiden Händen ergriffen“, sagte der Flame nach seinem zweiten Etappensieg bei der Ö-Tour nach dem Kitzbüheler Horn 2018. „Der Glockner ist ein schöner Berg, um zu gewinnen, diese Chance bekommt man nur einmal im Leben.“

Zoidl musste die Überlegenheit von Hermans sowie je zwei Profis von Movistar und Dimension Data anerkennen. „Ich war eine Minute langsamer, das muss man akzeptieren“, sagte der 31-Jährige vom CCC-Rennstall. „Hermans und Anacona haben einen extrem starken Eindruck gemacht, aber dahinter ist noch ziemlich alles offen. Ein Podestplatz in der Gesamtwertung wäre super.“

Mit seiner Leistung war Zoidl zufrieden. Er war zunächst etwas zurückgefallen, hatte aber „mit einem Gewaltakt“ wieder den Anschluss geschafft. Bei Anaconas Attacke vermochte er nicht zu folgen. Die Hoffnung, er würde die Gruppe noch einholen, erfüllte sich nicht. „Sie waren einfach zu stark. Ich habe alles für die letzten zwei Kilometer gespart, da habe ich noch richtig guten Druck auf das Pedal gebracht.“

Auf den dritten Gesamtrang fehlte dem Oberösterreicher allerdings fast eine Minute. Vorzuwerfen hatte sich Zoidl nach der Klettertour zum höchsten Punkt der Rundfahrt aber nichts. „Ich habe es gut gemanagt, mehr war nicht möglich.“ Nach der 5. Etappe von Bruck an der Glocknerstraße über den Gerlospass und die Bergwertung bei Niederau nach Kitzbühel folgt am Freitag das Tour-Finale mit der Bergankunft beim Alpenhaus am Kitzbüheler Horn.




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