Letztes Update am Do, 11.07.2019 14:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steirischer Arzt zu bedingter Haft und Geldstrafe verurteilt



Der oststeirische Arzt Eduard Lopatka ist am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht zu einer bedingten Haftstrafe von vier Monaten und einer Geldstrafe von 1.920 Euro verurteilt worden. Der Mediziner soll seine vier heute erwachsenen Kinder jahrelang gequält haben. Bei einem ersten Prozess war er noch überraschend freigesprochen worden. Das Oberlandesgericht hatte den Freispruch aber aufgehoben.

„Ich habe Sie nur dort verurteilt, wo ich mir sicher war, dass Sie schuldig sind“, betonte Richter Martin Graf. Lopatka wurde vom Vorwurf, eine seiner Töchter medikamentenabhängig gemacht zu haben, freigesprochen. Ein Schuldspruch erfolgte in Bezug auf den Waffenbesitz und teilweise wegen Quälens.

Der Arzt wurde zwar wegen des Quälens seiner vier Kinder schuldig gesprochen, allerdings betraf das in erster Linie die Selbstmorddrohungen. Angeklagt war auch gewesen, dass die Kinder ihrem Vater Spritzen setzen mussten. Diesen Tatbestand sah der Richter nur beim Sohn erfüllt. Die weiteren Selbstverletzungen wie der oft zitierte Vorfall mit dem Schraubenzieher, den ihm eines der Kinder aus dem Bauch ziehen musste, sah der Richter nicht als strafbar an. „Ich bin keine moralische Instanz“, betonte er.




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