Letztes Update am Fr, 12.07.2019 12:24

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iran fordert von Großbritannien Freigabe von Tanker



Die Führung in Teheran verlangt von Großbritannien die sofortige Freigabe des vor Gibraltar festgesetzten iranischen Tankers. „Das ist ein gefährliches Spiel und hat Konsequenzen“, sagte der Sprecher des Teheraner Außenministeriums, Abbas Moussavi, am Freitag der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA. Die angeführten juristischen Gründe für die Festsetzung seien vorgeschoben und nicht gerechtfertigt.

„Die Freigabe des Tankers ist im Interesse aller Länder.“ Die britische Marine hatte die „Grace 1“ am Donnerstag vergangener Woche vor dem britischen Überseegebiet an der Südspitze Spaniens festgesetzt. Der Tanker soll nach Syrien unterwegs gewesen sein, was ein Verstoß gegen die EU-Sanktionen gegen das Land wäre.

Der Iran hat bereits mehrfach mit Gegenmaßnahmen gedroht. Am Donnerstag wies die Führung in Teheran Vorwürfe Großbritanniens zurück, einen britischen Öltanker an der Passage durch die Straße von Hormus behindert haben zu wollen. Die Wasserstraße im Persischen Golf ist einer der wichtigsten Schifffahrtswege weltweit. Die Vorfälle um die Tanker tragen zu den Spannungen rund um die Uran-Produktion des Iran und das auf der Kippe stehende Atomabkommen bei.

Die Europäische Union wird sich vorerst nicht an der von den USA geplanten Koalition zum Schutz von Handelsschiffen im Persischen Golf beteiligen. Die USA seien nicht an die EU herangetreten, sagte eine ranghohe EU-Beamtin am Freitag in Brüssel. Mitgliedstaaten müssten einzeln über eine mögliche Teilnahme entscheiden. Das US-Verteidigungsministerium hatte zuvor angekündigt, Pläne für eine internationale Koalition zum Schutz von Handelsschiffen vorantreiben zu wollen. Sie sehen vor, Militäreskorten für zivile Schiffe zu organisieren.

Hintergrund des Vorstoßes sind mysteriöse Sabotageangriffe und andere Zwischenfälle in der Golfregion. Die USA und Länder wie Großbritannien machen dafür den Iran verantwortlich, die Führung in Teheran bestreitet dies. Bei dem jüngsten Zwischenfall sollen drei iranische Boote versucht haben, einen britischen Öltanker an der Fahrt durch die Straße von Hormus zu hindern. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer und ist eine der wichtigsten Seestraßen. Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff.




Kommentieren