Letztes Update am Fr, 12.07.2019 13:47

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zentraler Zugang zur Berliner Museumsinsel eröffnet



Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Freitag die James-Simon-Galerie als zentralen Zugang zur Berliner Museumsinsel eröffnet. Sie warnte dabei vor der Abgrenzung der Kulturen: „Wie verführerisch und zugleich fatal ist es doch, die Augen vor der Komplexität globaler Wechselwirkung zu verschließen und sich lieber ein eigenes, überschaubares Weltbild zu schaffen“, so die CDU-Politikerin.

Museen verschafften die Möglichkeit, „aus neuen Ansichten neue Einsichten zu gewinnen“, so Merkel. Das Weltkulturerbe Museumsinsel sei ein Ort, „an dem wir uns auch der heutigen gegenseitigen Abhängigkeiten auf unserer Welt bewusst werden können“. Dies sei in seiner Bedeutung für das Zusammenleben nicht hoch genug einzuschätzen.

„Wir erleben derzeit weltweit, dass im öffentlichen Diskurs immer mehr das Eigeninteresse - oder das, was dafür gehalten wird - als das Maß der Dinge angesehen wird.“ Darunter litten Bereitschaft und Fähigkeit zum Kompromiss. „Abgrenzung, Ausgrenzung, Abschottung sind die Folge. Bei solchem Nährboden wachsen Missverständnisse, Vorurteile, Feindbilder“, sagte die mit anhaltend starkem Beifall bedachte Kanzlerin.

„Die Geschichte lehrt uns, dass sich Kulturen, Ethnien und Staaten schon seit Jahrtausenden im gegenseitigen Austausch entwickelt haben.“ So sei die Museumsinsel ein Ort, an dem Vergangenheit und Zukunft zusammen gedacht werden könnten.

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Die 134 Millionen Euro teure James-Simon-Galerie von Stararchitekt David Chipperfield dient künftig als zentraler Empfang und Servicestation für die Museumsinsel. Für die jährlich rund 2,5 Millionen Besucher beginnt hier zudem die neue archäologische Promenade, die die einstmals über Brücken untereinander verbundenen Gebäude künftig unterirdisch anbinden soll.

Benannt ist das Gebäude nach dem Unternehmer und Kunstsammler James Simon (1851-1932), dessen Schenkungen die Berliner Museen auch die berühmte Büste der Nofretete verdanken.




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