Letztes Update am So, 14.07.2019 16:30

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Angespannte Lage auf Pariser Champs-Elysees nach Parade



Wenige Stunden nach dem Ende der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag ist es in Paris zu Spannungen gekommen. In der Nähe des Triumphbogens errichteten schwarz vermummte Demonstranten am Sonntag Barrikaden aus Absperrgittern und zündeten Mülleimer an, wie Reporter berichteten. Zuvor hatte Frankreich den 14. Juli im Zeichen der europäischen Verteidigung gefeiert.

Zahlreiche Bereitschaftspolizisten waren auf dem Boulevard Champs-Elysees im Einsatz. Sie setzten Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Am Rande der Parade kam es auch zu Protesten von „Gelbwesten“. Mehrere Mitglieder der Protestbewegung wurden laut Polizei in Gewahrsam genommen. Insgesamt gab es nach Angaben der Sicherheitskräfte mehr als 150 vorläufige Festnahmen.

Wie Justizkreise ergänzend mitteilten, wurden auch zwei prominente „Gelbwesten“-Vertreter, Jerome Rodriguez und Maxime Nicolle, in Polizeigewahrsam genommen. Die beiden sollen eine unerlaubte Demonstration organisiert haben.

Zuvor inspizierte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an der Seite von Generalstabschef Francois Lecointre die Truppen an Bord eines offenen Militärjeeps. Im Anschluss fand die traditionelle Militärparade statt.

Mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel verfolgten Vertreter von insgesamt zehn europäischen Ländern die Militärparade an der Place de la Concorde im Herzen der Hauptstadt, an der sich auch die deutsche Bundeswehr beteiligte. Merkel würdigte ihre Einladung durch Macron als wichtiges Signal. Sie sehe das „als eine große Geste in Richtung der europäischen Verteidigungspolitik“, sagte sie am Sonntag in der französischen Hauptstadt. Sie sei auch geehrt, dass Deutsche an der Parade teilgenommen hätten.

Macron will mit der Parade die militärische Stärke Europas demonstrieren. An dem Aufmarsch beteiligten sich mehr als 4.000 Soldaten. Zudem nehmen Hubschrauber der Bundeswehr an der Flugschau teil.

Besondere Attraktion ist in diesem Jahr die Präsentation eines sogenannten Flyboards Air - einer fliegenden Plattform mit Miniatur-Düsentriebwerken für einen Menschen, die künftig militärisch genutzt werden soll. Der französische Jetski-Rennfahrer Franky Zapata flog über den Champs-Elysees. Der mit schwarzer Uniform und einem Helm bekleidete Zapata drehte gut eine Minute lang eine Runde über den Boulevard.

Das Flyboard weckt schon seit längerem das Interesse des Militärs: Angetrieben wird es durch fünf Miniatur-Düsentriebwerke, mit denen es navigiert werden kann. Auch das reglose Verharren in der Luft ist möglich. Das Flyboard Air fliegt derzeit nach Angaben des Herstellers bis zu 140 Stundenkilometer schnell, erreicht eine Höhe von 150 Metern und kann eine Nutzlast von 100 Kilogramm tragen.

Mit der Militärparade wird an den 230. Jahrestag des Sturms auf die Bastille erinnert. Er gilt als Auftakt zur Französischen Revolution von 1789.




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