Letztes Update am So, 14.07.2019 16:57

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreichs Nationalfeiertag im Zeichen der EU-Verteidigung



Der französische Nationalfeiertag ist in diesem Jahr im Zeichen der europäischen Verteidigung gestanden: An der großen Militärparade zum 14. Juli in Paris beteiligten sich Soldaten aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien. Macron wollte offenbar die militärische Schlagkraft Europas demonstrieren. Am Rande gab es Proteste der „Gelbwesten“, 150 Personen wurden festgenommen.

Macron wollte mit der Parade die militärische Schlagkraft Europas demonstrieren. Insgesamt marschierten rund 4.300 Soldaten auf, ferner waren fast 200 Fahrzeuge, 237 Pferde, 69 Flugzeuge und 39 Hubschrauber zu sehen. Sie kamen aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien. Deutschland knüpft damit an eine frühere Teilnahme an: Vor 25 Jahren waren erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg deutsche Soldaten bei der Pariser Parade mitmarschiert. 1994 erfolgte dies im Rahmen des Eurokorps.

Vor der Parade hatte Macron mit Generalstabschef Francois Lecointre die Truppen in einem offenen Militärjeep fahrend inspiziert. Beim Eintreffen des Staatschefs waren Pfiffe von Vertretern der Protestbewegung der „Gelbwesten“ zu hören.

Rund 40 „Gelbwesten“ wollten sich gewaltsam Zugang zu den Champs-Elysées verschaffen, wurden aber von Sicherheitskräften abgedrängt, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Zwei prominente Vertreter wurden nach AFP-Informationen in Gewahrsam genommen. Insgesamt gab es nach Angaben der Sicherheitskräfte rund 150 vorläufige Festnahmen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstranten zu zerstreuen.

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Wenige Stunden nach dem Ende der Militärparade errichteten in der Nähe des Triumphbogens schwarz vermummte Demonstranten am Sonntag Barrikaden aus Absperrgittern und zündeten Mülleimer an, wie AFP-Reporter berichteten. Zahlreiche Bereitschaftspolizisten waren auf dem Boulevard Champs-Elysées im Einsatz.

Sie setzten Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Zuvor hatte Frankreich den 14. Juli im Zeichen der europäischen Verteidigung gefeiert. Mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel verfolgten Vertreter von insgesamt zehn europäischen Ländern die Militärparade, an der sich auch die deutsche Bundeswehr beteiligte.

Die Parade fand unter extrem hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Auch Soldaten der Anti-Terror-Einheit waren im Einsatz. Die Erinnerung an den Anschlag von Nizza vor zwei Jahren ist in Frankreich noch wach: 2017 hatte ein Islamist nach den Feierlichkeiten zum 14. Juli einen Lastwagen in die Menge gelenkt und 86 Menschen getötet.

Mit der traditionellen Militärparade wird an den Jahrestag des Sturms auf die Bastille erinnert. Er gilt als Auftakt zur Französischen Revolution von 1789. Nach der Militärparade lud Macron die Gäste zu einem gemeinsamen Mittagessen in den Elysée-Palast. Daran nahmen unter anderem auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker teil.

Am Vorabend des Nationalfeiertags hatte Macron den Aufbau eines französischen militärischen Raumfahrtkommandos angekündigt. Das Kommando werde ab September bei der Luftwaffe angesiedelt, diese werde später zu „Luft- und Weltraumstreitkräften“ ausgeweitet, sagte Macron während eines traditionellen Militärempfangs.




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