Letztes Update am So, 14.07.2019 18:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


34 Bootsunglück-Opfer in Tunesien beerdigt



Nach einem Bootsunglück vor der Küste Tunesiens sind die Leichen von 34 afrikanischen Migranten beerdigt worden. Retter hatten insgesamt 82 Leichen aus dem Mittelmeer geborgen. Diese seien zur Obduktion und zu DNA-Tests in den Südosten des Landes geschickt und dort teilweise bestattet worden, sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation Roter Halbmond am Sonntag.

Das Schlauchboot war vor eineinhalb Wochen aus Tunesiens Nachbarland Libyen nach Europa gestartet. Der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge waren 86 Migranten an Bord, als das Boot zwei Tage später nahe der tunesischen Küstenstadt Zarzis sank. Vier Migranten konnten gerettet werden, von denen einer später im Krankenhaus starb.

Die verbleibenden 48 Leichen hätten wegen fehlender Genehmigungen von Gemeinderäten nicht beerdigt werden können oder weil auf Friedhöfen nur Muslime bestattet würden, sagte der Sprecher. Sollten die nötigen Genehmigungen nicht erteilt werden, würden die Leichen zurück nach Zarzis geschickt.

Tunesien ist neben Libyen eines der wichtigsten Transitländer für afrikanische Migranten auf ihrem Weg nach Europa. Im Mai waren mindestens 70 Migranten gestorben, nachdem ihr Boot vor der tunesischen Küstenstadt Sfax verunglückt war.

Beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, sind dieses Jahr nach IOM-Angaben bereits mehr als 420 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 3.700 weitere seien aufgegriffen und in die umstrittenen Internierungslager in Libyen gebracht worden.




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