Letztes Update am Di, 16.07.2019 08:00

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gasstreit: Türkei zeigt sich von EU-Sanktionen unbeeindruckt



Die Türkei zeigt sich unbeeindruckt von den EU-Sanktionen wegen ihrer Erdgas-Bohrungen vor der Küste Zyperns. Das Außenministerium in Ankara erklärte am Dienstag, die Entscheidung der EU-Außenminister werde nicht die Entschlossenheit der Türkei beeinträchtigen, ihre Erkundungsbohrungen im östlichen Mittelmeer fortzusetzen.

Die EU-Außenminister hatten am Montag Strafmaßnahmen gegen die Türkei beschlossen. So sollen EU-Gelder für die Türkei gekürzt sowie Spitzengespräche bis auf weiteres ausgesetzt werden.

Die zypriotische Regierung sieht in den Bohrungen durch zwei türkische Schiffe vor der Küste der Mittelmeerinsel Verstöße gegen internationales Recht. Auch die Europäische Union, deren Mitglied Zypern ist, wertet die Bohrungen als illegal.

Die EU und Zypern betrachten ein Gebiet von bis zu 200 Seemeilen um die geteilte Insel, die sogenannte ausschließliche Wirtschaftszone, als ihr Einflussgebiet. Im östlichen Teil des Mittelmeers sind große Öl- und Gas-Vorkommen entdeckt worden. Die Türkei hält den Norden Zyperns seit 1974 besetzt, die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei, nicht aber von der Staatengemeinschaft als Staat anerkannt.




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