Letztes Update am Di, 16.07.2019 14:10

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mond ist für NASA „Testgelände, Mars Ziel“



Genau 50 Jahre nach dem Start der „Apollo 11“-Mission zum Mond hat der Chef der US-Raumfahrtbehörde NASA die Bedeutung einer erneuten Mondlandung für den Weg zum Mars betont. „Der Mond ist das Testgelände, der Mars ist das Ziel“, sagte Jim Bridenstine am Montag (Ortszeit). Eine bemannte Landung auf dem Mars bis 2033 sei möglich, meinte er.

Das von der Regierung von US-Präsident Donald Trump vorgegebene Ziel, bis 2024 wieder US-Astronauten auf den Mond zu bringen, sei „eine schwierige Aufgabe, aber erreichbar“. Dass darunter auch eine Frau sein solle, sei „längst überfällig“. Die Kosten dieser Unternehmungen schätzt Bridenstine auf zwischen 20 und 30 Milliarden Dollar (17,75 bis 26,62 Mrd. Euro).

Am Dienstag vor genau 50 Jahren waren die drei Astronauten der „Apollo 11“-Mission - Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins - in Richtung Mond gestartet. Fünf Tage später betraten Armstrong und Aldrin als erste Menschen den Erdtrabanten. Die NASA feiert das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen.

Ein halbes Jahrhundert nach dem Start der historischen Mission sehen sich die beiden heute noch lebenden Astronauten Aldrin und Collins am Dienstag an ‚ihrer‘ Startrampe 39A des Kennedy Space Center wieder. Mit dem Treffen der inzwischen 89 und 88 Jahre alten Männer um 9.32 Uhr (Ortszeit) beginnen zugleich die Veranstaltungen zum Gedenken an die erste Mondlandung.

Nach dem Start am 16. Juli um 9.32 Uhr und viertägiger Reise setzte das Modul „Eagle“ (Adler) am 20. Juli 1969 auf dem Mond auf. Gut sechseinhalb Stunden später betrat „Apollo“-Kommandant Neil Armstrong als erster Mensch den Erdtrabanten. Wenig später folgte ihm Aldrin, während Collins als einziger in der Kommandokapsel „Columbia“ in einer Mondumlaufbahn zurückblieb. Der erste Mann auf dem Mond kann heute bei den Feiern nicht mehr teilnehmen, er starb im Jahr 2012.

Für Collins war die Wartezeit an Bord von „Columbia“ nervenaufreibend, wie er im Mai Reportern in New York verriet: „Sie wussten, ich wusste, dass ich nichts hätte tun können, wenn sie aus irgendeinem Grund nicht mehr weggekommen wären“. Die Kommandokapsel habe keine Landevorrichtung besessen, „ich hätte nicht hinunter und sie retten können“.

Eindeutiger Star der Gedenkfeier wird am Dienstag Aldrin sein, der zweite Mann auf dem Mond. Lange Zeit hatte er mit schweren Gesundheits- und familiären Problemen zu kämpfen und nutzte lieber Twitter, als öffentlich aufzutreten. Doch zum Gedenken an die Mondlandung nahm er bereits an ein paar Veranstaltungen teil - stets in seinen Socken im Muster der US-Flagge.

Seit dem Ende des Apollo-Programms im Dezember 1972 hat nie wieder ein Mensch den Mond betreten - und von den zwölf US-Astronauten, die bis damals ihren Fuß auf den Erdtrabanten setzten, leben heute nur noch vier. Es sollte Jahrzehnte dauern, bis wieder konkrete Pläne für weitere bemannte Mondflüge geschmiedet werden: Nach dem Wunsch von US-Präsident Donald Trump sollen 2024 die ersten Astronauten auf den Mond zurückkehren.




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