Letztes Update am Di, 16.07.2019 15:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nordkorea warnte vor Militärübung der USA und Südkorea



Wegen eines geplanten Militärmanövers der USA mit Südkorea zieht Nordkorea die vereinbarte Wiederaufnahme von Gesprächen über sein Atomwaffenprogramm in Zweifel. Aus dem selben Grund deutete die kommunistische Regierung in Pjöngjang am Dienstag an, sie könne auch ihr Moratorium für Tests von Atombomben und Interkontinentalraketen aufheben.

Pjöngjang werde den „nächsten Schritt der USA“ abwarten und dann über das weitere Vorgehen entscheiden, hieß es. Es war die erste offizielle Äußerung der nordkoreanischen Regierung zu dem Thema seit dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un Ende Juni.

Derzeit bemühten sich Nordkorea und die USA, Gespräche auf Arbeitsebene zu arrangieren, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang. Sollte jedoch das Manöver tatsächlich stattfinden, „wird sich das auf die Arbeitsgespräche auswirken“, wurde ein Sprecher von den staatlichen Medien zitiert. Nordkorea werde eine Entscheidung zu den Gesprächen treffen, während es den nächsten Schritt der USA beobachte.

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatten Ende Juni bei einem kurzfristig angesetzten Treffen im Grenzort Panmunjom auf der koreanischen Halbinsel vereinbart, Arbeitsgruppen zur atomaren Abrüstung in der Region zu bilden. Nach dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen beiden im Februar in Vietnam weckte das Treffen wieder neue Hoffnung auf Fortschritte in den festgefahrenen Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas.

In einer Erklärung des nordkoreanischen Außenministeriums hieß es, der vorläufige Stopp von Atom- und Raketentests durch Nordkorea und die Aussetzung gemeinsamer Militärübungen der USA mit Südkorea seien Teil von Versprechen, die beide Seiten gegenseitig gemacht hätten. Ein Sprecher machte aber deutlich, dass es kein „rechtswirksames Dokument“ über den im April des vergangenen Jahres verkündeten Teststopp gebe, an das sich Nordkorea gebunden fühle. Den USA warf das Ministerium in beiden Erklärungen vor, sich nicht an ihre Versprechen halten zu wollen.

Das von Nordkorea angesprochene Manöver „19-2 Dong Maeng“ ist laut Berichten südkoreanischer Medien für den nächsten Monat geplant. Mit der Übung „Dong Maeng“ (Allianz) wurden größere Manöver ersetzt.

Die Führung in Pjöngjang warf in der Vergangenheit den USA regelmäßig vor, durch die Militärübungen mit ihrem Verbündeten Südkorea einen Angriff vorzubereiten. Beide Länder hatten das stets bestritten. Die USA und Südkorea hatten seit dem vergangenen Jahr eine Reihe von gemeinsamen Militärübungen gestrichen oder verkleinert.




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