Letztes Update am Di, 16.07.2019 16:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mindestens 191 Tote durch Monsun in Südasien



Durch die Monsun-Regen in Südasien sind Dutzende weitere Menschen ums Leben gekommen. Die Opferzahl erhöhte sich auf mindestens 191 Tote, wie die Behörden der betroffenen Länder am Dienstag mitteilten. In Bangladesch ertranken demnach am Montag mindestens fünf Kinder. Insgesamt starben dort in den vergangenen Tagen 34 Menschen, davon 18 durch Blitze. Die indischen Behörden meldeten fast 50 Tote.

In Nepal kamen durch Überschwemmungen und Erdrutsche mindestens 67 Menschen ums Leben. Im pakistanischen Teil von Kaschmir starben 23 Menschen durch die Auswirkungen des Monsuns.

In Indiens Finanzmetropole Mumbai ist am Dienstag erneut ein Gebäude im strömenden Regen eingestürzt, mindestens zwei Menschen wurden dabei getötet. Über 40 Menschen seien noch unter den Trümmern begraben, sagte der Sprecher des Zivilschutzes, Tanaji Kamble. Fünf Überlebende seien geborgen und mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, unter ihnen zwei Kinder.

Die Küstenstadt mit ihren 20 Millionen Einwohnern leidet seit Tagen unter ungewöhnlich heftigem Monsunregen. Anfang des Monats kamen 22 Menschen ums Leben, als in einem Slum eine Mauer unter dem Dauerregen zusammensackte.

In die Monsunzeit entfällt ein Großteil der jährlichen Regenmenge Indiens. Das führt in Mumbai jedes Jahr aufs Neue zu massiven Problemen, weil die Stadt rasant gewachsen ist und die Bauvorschriften oft nicht eingehalten wurden. Zudem wurden die umliegenden Mangrovenwälder zerstört, die große Wassermengen aufnehmen konnten.

Die Monsunzeit in Südasien dauert von Juni bis September. Tausende Menschen mussten wegen der anhaltenden Regenfälle in der Region ihre Häuser verlassen. Zahlreiche Orte waren von der Außenwelt abgeschnitten. Gesundheitsexperten befürchten außerdem die Ausbreitung von Krankheiten durch verunreinigtes Wasser.

Der heftige Monsunregen gefährdet auch vom Aussterben bedrohte Nashörner. Der Kaziranga-Nationalpark im indischen Bundesstaat Assam, in dem rund zwei Drittel aller Panzernashörner leben, ist fast gänzlich überflutet, wie lokale Medien berichten. Wegen der Wassermassen mussten die Tiere durch die Fluten paddeln, um höhere Gebiete zu erreichen.

Ob dabei einige ertrunken sind, war zunächst unklar. Mindestens 23 andere Parktiere seien ertrunken. 2017 starben wegen des Monsuns 31 der seltenen Nashörner im Park. Weltweit gibt es nach Angaben des WWF noch rund 3.500 Panzernashörner. Sie leben in Nordostindien, Nepal und Bhutan.




Kommentieren