Letztes Update am Di, 16.07.2019 17:18

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rund 200 Tote durch Monsun in Südasien



Überschwemmungen und Erdrutsche aufgrund des heftigen Monsunregens haben in Südasien bis Dienstag rund 200 Menschen das Leben gekostet, wie die Behörden der betroffenen Länder mitteilten. Zehntausende mussten ihre Häuser verlassen. Beim Einsturz eines dreistöckigen Gebäudes in Indiens Finanzmetropole Mumbai wurden mindestens neun Menschen wurden getötet und zehn weitere verschüttet.

Rund ein Drittel von Bangladesch stand unter Wasser. Nach Angaben der Behörden starben dort in den vergangenen Tagen 44 Menschen, davon 18 durch Blitzschläge. In Nepal kamen durch Überschwemmungen und Erdrutsche knapp 80 Menschen ums Leben, 16.000 Familien mussten aus ihren überfluteten Häusern flüchten. Im pakistanischen Teil von Kaschmir starben mehr als 20 Menschen durch die Auswirkungen des Monsuns.

Die indischen Behörden meldeten knapp 60 Tote. Besonders schwer trafen die Überflutungen die beiden Bundesstaaten Bihar und Assam im Norden und Nordosten des Landes: In Assam herrschte Alarmstufe Rot, mehr als 80.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In Bihar sind laut den Behörden insgesamt 2,3 Millionen Menschen von Überschwemmungen betroffen.

Durch den Monsunregen gefährdet sind nun auch vom Aussterben bedrohte Nashörner. Der Kaziranga-Nationalpark im indischen Bundesstaat Assam, in dem rund zwei Drittel aller Panzernashörner leben, ist fast komplett überflutet, wie lokale Medien berichten. Wegen der Wassermassen mussten die Tiere durch die Fluten paddeln, um höhere Gebiete zu erreichen. Ob dabei einige ertrunken sind, war am Dienstag zunächst unklar. Mindestens 23 andere Parktiere seien ertrunken, berichteten die Zeitungen. 2017 starben wegen des schon damals sehr starken Monsunregens 31 der seltenen Nashörner im Park. Weltweit gibt es nach Angaben der Tierschutzorganisation WWF noch rund 3.500 Panzernashörner. Sie leben im Nordosten Indiens, Nepal und Bhutan.

Auch Straßenbauer wurden von Fluten überrascht. Der Bauunternehmer Nirmal Phaiju und seine Arbeiter bauten gerade eine Straße in Gaur im besonders stark von Überschwemmungen betroffenen Südosten Nepals. „Wir hatten einen Teil der Straße mit Schotter ausgelegt, aber der Regen hat alles weggeschwemmt“, erzählt er. Darunter seien auch Dutzende Säcke Zement gewesen. Etwa vier von 19 Kilometern der neuen Straße stünden unter Wasser. „Das Hochwasser dürfte unsere Arbeit um Monate verzögern“.

In Bangladesch trafen die Unwetter auch die aus Myanmar geflohenen Rohingya in den Flüchtlingslagern, wie die UNO-Flüchtlingshilfe, der deutsche Zweig des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, mitteilte.

Die Monsunzeit in Südasien dauert von Juni bis September. Zahlreiche Orte in Südasien waren von der Außenwelt abgeschnitten. Gesundheitsexperten befürchten außerdem die Ausbreitung von Krankheiten durch verunreinigtes Wasser. Sie riefen die internationale Gemeinschaft um Unterstützung auf. Die Vereinten Nationen boten bereits ihre Hilfe an.




Kommentieren