Letztes Update am Mi, 17.07.2019 15:58

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Angriff auf Mitarbeiter des türkischen Konsulats in Erbil



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Bei einem Angriff auf türkische Diplomaten in einem Restaurant im nordirakischen Erbil sind drei Personen getötet worden. Darunter sei auch der Vize-Konsul des Konsulats in der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion, sagte ein Polizeivertreter am Mittwoch. Der Angriff habe sich gegen den Konsul und Angestellte des Konsulats gerichtet.

Das türkische Außenministerium in Ankara bestätigte zunächst nur, dass ein Mitarbeiter des Konsulats während eines „schändlichen bewaffneten Angriffs“ getötet worden sei. Man stehe mit den irakischen Behörden in Kontakt, um die Täter so schnell wie möglich zu finden, hieß es aus dem Außenministerium. Der Präsidentensprecher Ibrahim Kalin kündigte an, dass die Türkei eine „passende Antwort“ geben werde.

Der Besitzer des Restaurants erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass ein Mann das Restaurant betreten, danach an einem Tisch zwei Waffen gezogen und das Feuer auf die Konsulatsmitarbeiter eröffnet habe.

Die türkische Armee geht im Nordirak seit Mai verstärkt gegen die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vor, die in den Kandil-Bergen an der Grenze zur Türkei und dem Iran seit Jahrzehnten Rückzugslager unterhält. Erst am Mittwoch meldete das türkische Verteidigungsministerium, dass Kampfjets sieben „PKK-Terroristen“ im Nordirak getötet hätten.

Der PKK-Sprecher Diar Denir sagte aber, seine Gruppe sei in keiner Weise in den Angriff verwickelt. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Der oder die Täter ergriffen nach der Attacke die Flucht. Augenzeugen sagten, die Polizei habe umgehend Kontrollposten um das Viertel Ainkawa errichtet, wo sich der Angriff ereignete.

Erbil wurde in den vergangenen Jahren weitgehend von den Kämpfen verschont, die den Rest des Landes verwüsteten. Die Stadt ist Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion im Norden des Iraks und grenzt an die Türkei. Die Kurden haben dort ein eigenes Parlament, eine eigene Regierung und genießen weitgehende Autonomierechte.

Die Türkei liefert sich seit mehr als 30 Jahren einen Konflikt mit der PKK. Im Juli 2015 war der Friedensprozess zwischen beiden Seiten gescheitert. Das türkische Militär greift regelmäßig PKK-Stützpunkte im Irak an. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte im Dezember zudem eine geplante Offensive gegen kurdische Truppen in Nordsyrien angekündigt, sie nach dem angekündigten Abzug der US-Truppen aus dem Land dann aber verschoben.




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